Rückzug aus dem Geldkartensystem

Alle anderen Funktionen der VR-BankCard stehen Ihnen auch weiterhin zur Verfügung.

Die GeldKarte – auch „elektronische Geldbörse“ genannt - ist ein Prepaid-Verfahren, bei dem Sie bis zu 200 Euro auf Ihre VR-BankCard aufladen können.

Die neue VR-BankCard wird ab 1. Oktober 2014 ohne GeldKarte-Funktion ausgegeben. Auch werden ab dem 1. Oktober 2014 Ersatzkarten (nach Kartenverlust, Diebstahl, Defekt oder wegen Namensänderung) standardmäßig ohne GeldKarte-Funktion ausgeliefert. Alle anderen Funktionen der VR-BankCard stehen Ihnen selbstverständlich auch weiterhin zur Verfügung!

Bereits an Sie ausgegebene VR-BankCards mit GeldKarte-Funktion können noch bis zum Ende der jeweiligen Kartenlaufzeit (längstens bis 12/2017) zum Bezahlen und Laden der GeldKarte genutzt werden. Das Laufzeitende ihrer Karte („gültig bis“) ist auf dieser aufgedruckt. Bitte denken Sie daran, auf der GeldKarte vorhandenes Guthaben bis zum Ende der Kartenlaufzeit aufzubrauchen oder am Geldautomaten zu entladen.

Hintergrund des Rückzugs aus dem GeldKarte-System:

Was ist die GeldKarte?


Die GeldKarte – auch „elektronische Geldbörse“ genannt - ist eine Anwendung auf dem
Chip der VR-BankCard. Sie wurde 1996 für die Bezahlung von Kleinbeträgen eingeführt.
Bei der GeldKarte handelt es sich um ein Prepaid-Verfahren, bei dem der Kunde bis zu
200 Euro auf seine VR-BankCard aufladen kann.
Die GeldKarte ist bei bis zu 420.000 Akzeptanzstellen einsetzbar, vorwiegend an
Automaten, in Kantinen oder im Einzelhandel. Beim Einsatz der GeldKarte erfolgen die
Zahlungen zu 100 % offline, so dass sich der Einsatz insbesondere im Automatenumfeld
anbietet.

Warum wird die genossenschaftliche FinanzGruppe die GeldKarte auf der VRBankCard zukünftig nicht mehr anbieten?

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass solche Prepaid-Verfahren vom Kunden nur wenig
genutzt werden. Dies traf insbesondere auch auf die GeldKarte zu. Auch im
Automatenbereich, der für den Einsatz der GeldKarte als Kleinbetragszahlungsinstrument
prädestiniert ist, wird nach wie vor durch die Kunden meist mit Bargeld bezahlt. Im
Ergebnis hat die GeldKarte nur sehr geringe Nutzungszahlen.
Hieraus ergab sich eine negative Kosten-Nutzen-Rechnung, so dass das System GeldKarte
durch die genossenschaftliche FinanzGruppe nicht wirtschaftlich betrieben werden konnte.
Im Gegensatz zu girocard (electronic cash) konnte die GeldKarte keine relevanten
Marktanteile gewinnen – auch nicht im Automatenbereich. Der weitere subventionierte
Betrieb des Systems für nur wenige aktive Nutzer ist weder aus betriebswirtschaftlicher
noch aus strategischer Sicht sinnvoll und würde zu Lasten anderer Produkte und
Innovationen gehen. Auch Anforderungen der Regulierung (SEPA, Geldwäsche,
Datenschutz etc.) haben zu dieser Entscheidung geführt.

Wie sieht der Zeitplan der genossenschaftlichen FinanzGruppe für den Rückzug aus dem GeldKarte-System aus?

Die GeldKarte wird schrittweise aus dem Markt genommen. Ab dem 1. Oktober 2014
werden Ersatzkarten (nach Kartenverlust, Diebstahl, Defekt oder wegen Namensänderung)
und Karten für Neukunden standardmäßig ohne GeldKarte-Funktion ausgeliefert. Karten
mit Verfallsdatum 12/2014 oder später werden im Rahmen des Regelaustausches ebenfalls
standardmäßig ohne GeldKarte-Funktion ausgegeben.
Spätestens ab dem 1. Januar 2018 befinden sich damit keine gültigen VR-BankCards mehr
im Markt, die die GeldKarte-Funktion unterstützen. Karten mit Verfallsdatum 12/2017
können noch bis zum 30. Juni 2018 zum Bezahlen mit der GeldKarte genutzt werden,
wenn sich noch ein Restguthaben auf dem Chip befindet. Das Aufladen dieser Karten wird
ab dem 1. Januar 2018 nicht mehr möglich sein.

Wird die Sparkassen-Finanzgruppe die GeldKarte auch nicht mehr anbieten?

Die Sparkassen-Finanzgruppe wird die GeldKarte weiterhin anbieten. Der Vertrieb der
Sparkassen konzentriert sich jedoch weniger auf die kontaktbehaftete GeldKarte, sondern
auf girogo als Kontaktlos-Verfahren auf Basis der GeldKarte.
An dem im April 2012 initiierten Pilotprojekt girogo mit der GeldKarte (prepaid) hat sich
die genossenschaftliche FinanzGruppe mit rund 225.000 VR-BankCards beteiligt. Das
Pilotprojekt wurde ergebnisoffen geführt und die Teilnahme der genossenschaftlichen
FinanzGruppe ist zum 31.Dezember 2013 ausgelaufen. Für die genossenschaftliche
FinanzGruppe steht fest, dass sie das kontaktlose Bezahlen ab 2015 auf der girocard
(Debitkarte) im Pilotverfahren testen will.

Auswirkungen auf die Funktionalität:

Die genossenschaftliche FinanzGruppe wird das System GeldKarte zukünftig nicht mehr anbieten. Welche Funktionen sind hiervon betroffen?

Vom Rückzug aus dem System GeldKarte ist ausschließlich die Bezahlfunktion GeldKarte
auf allen VR-BankCards sowie auf kontoungebundenen GeldKarte-Karten betroffen, die
durch Institute der genossenschaftlichen FinanzGruppe ausgegeben werden, d. h. Karten
ohne GeldKarte-Funktion können nicht mehr geladen und auch nicht mehr zum Bezahlen
eingesetzt werden.

Welche Funktionen sind auch weiterhin nutzbar, wenn meine VR-BankCard die GeldKarte-Funktion nicht mehr unterstützt?

Alle Funktionen des Chips der heutigen VR-BankCard über die eigentliche Prepaid-Börse
GeldKarte hinaus sind nicht von dem Rückzug aus dem System GeldKarte betroffen, d. h.
die VR-BankCard kann auch zukünftig für die Altersverifikation (Jugendschutzmerkmal)
z. B. am Zigarettenautomaten und zum Speichern von Bonuspunkten und
Kundeninformationen (Marktplatz) oder dem Hinterlegen von Fahrscheinen (Fahrschein)
genutzt werden.

Kann ich meine Karte jetzt noch austauschen lassen, um die GeldKarte bis Ende 2017 zu nutzen?

Einige Institute der genossenschaftlichen FinanzGruppe werden zukünftig auf speziellen
Kundenwunsch eine VR-BankCard mit GeldKarte-Funktion ausgeben (On Demand). Die
Laufzeit dieser Karten ist jedoch grundsätzlich auf 12/2017 beschränkt, d. h. ab 01.10.2014
können nur noch Karten mit einer verkürzten Laufzeit ausgegeben werden. Ein
kurzfristiger vorzeitiger Austausch der noch gültigen Karte ist nur dann sinnvoll, wenn Ihr
Institut keine gesonderte VR-BankCard mit GeldKarte-Funktion mehr ausgeben sollte und
Ihre Bank Austauschkarten nicht mit einem Laufzeitende kleiner 2018 ausgibt. Bitte
wenden Sie sich an Ihr Karten ausgebendes Institut, dass Sie gerne bei der Wahl Ihrer VRBankCard
berät.

Was muss ich mit Blick auf die GeldKarte zum Ende der Laufzeit meiner VR-BankCard beachten?

Wenn Sie die GeldKarte Ihrer VR-BankCard aktiv genutzt haben, befindet sich im Regelfall
noch ein Restguthaben auf der Karte. Das aktuelle Guthaben können Sie beispielsweise mit
einem Taschenkartenleser (z. B. TAN-Generator) oder am Geldautomaten abfragen.
Darüber hinaus wird das Restguthaben bei jedem Bezahl- und Ladevorgang durch das
Terminal bzw. den Automaten angezeigt.
Bitte entladen Sie Ihre GeldKarte frühzeitig, wenn noch Restguthaben vorhanden ist.

Wie bekomme ich mein aufgeladenes Guthaben zurück? Wie kann ich meine VRBankCard entladen?

Wenn Sie das Restguthaben auf der VR-BankCard nicht mehr zum Bezahlen einsetzen
wollen, können Sie es am Geldautomaten Ihrer Bank entladen. Es wird dann dem der Karte
zugeordneten Girokonto gutgeschrieben. Dies ist bis zu 3 Monate nach Erreichen des
Laufzeitendes (auf der Karte „gültig bis“) möglich. Sollten Sie es versäumt haben, die Karte
innerhalb dieser Frist zu entladen, eine Entladung jedoch wünschen, wenden Sie sich bitte
an Ihren Kundenberater.

Ich nutze derzeit girogo mit meiner VR-BankCard? Werde ich dies auch weiterhin tun können?

Der girogo-Pilot in der Region Hannover-Braunschweig-Wolfsburg endete am 31.12.2013.
Die sich während der fast 2-jährigen Pilotphase nur sehr langsam entwickelnden
Nutzungsquoten von girogo sowie die mäßige Entwicklung auf Akzeptanzseite haben
innerhalb der genossenschaftlichen FinanzGruppe nicht zu einer Empfehlung zur
standardisierten Ausgabe von girogo auf allen VR-BankCards geführt. Dementsprechend
wird girogo (GeldKarte kontaktlos) gemeinsam mit der GeldKarte bis Ende 2017 auslaufen.

Wie kann ich zukünftig in einer Kantine oder Mensa, im ÖPNV, im Stadion bezahlen?

Die Akzeptanz im ÖPNV ist in den letzten Jahren drastisch zurückgegangen. Stattdessen
wird standardmäßig die Akzeptanz der girocard forciert.
In Stadien oder Arenen werden i. d. R. eigene kontoungebundene GeldKarten- oder
girogo-Karten durch Sparkassen oder Privatbanken ausgegeben. Diese Karten können
durch Kunden der genossenschaftlichen FinanzGruppe weiterhin problemlos zum Bezahlen
eingesetzt und geladen werden.
Für Schulkantinenlösungen bietet der DG Verlag Lösungsmöglichkeiten an.

Wird es seitens der genossenschaftlichen FinanzGruppe einen Ersatz für das Bezahlen von Kleinbeträgen mit der Karte geben?

Die genossenschaftliche FinanzGruppe sieht im girocard-System auch eine
vielversprechende Lösung für Kleinbetragszahlungen, wenn die Zahlungen bis 20 Euro
kontaktlos und ohne PIN abgewickelt werden können. Hierdurch kann die Anforderung
des Aufladens vor dem Bezahlen entfallen, die ein wesentliches Hemmnis für den
erfolgreichen Einsatz der GeldKarte und von girogo darstellt. Daher wird die
genossenschaftliche FinanzGruppe voraussichtlich 2015 ein Pilotprojekt „VR-BankCard
kontaktlos“ in der Region Kassel/Göttingen starten. Sollte dieser erfolgreich verlaufen, wird
die Kontaktlosfunktionalität voraussichtlich als Standard auf allen VR-BankCards zur
Verfügung gestellt werden.

Sonderlösungen

Die GeldKarte wird bei meinen Kindern in der Schulverpflegung eingesetzt. Wie können meine Kinder zukünftig an der Schulverpflegung teilnehmen?

In der Schul- bzw. Pausenverpflegung kommen verschiedene Systeme zum Einsatz. Einige
nutzen die VR-BankCard oder alternative Kartenplattformen nur zur Identifizierung des
Kunden (des Kindes), die eigentliche Bezahlung wird hierbei über andere Mechanismen als
die GeldKarte abgewickelt. Diese Systeme sind vom GeldKarte-Rückzug der
genossenschaftlichen FinanzGruppe nicht betroffen. Teilweise wird die GeldKarte jedoch
auch zum Bezahlen der Schul- oder Pausenverpflegung eingesetzt. Dabei sind heute auch
noch Verfahren im Einsatz, die keine alternativen Bezahlverfahren wie z. B. Bargeld zur
Verfügung stellen. Die genossenschaftliche FinanzGruppe hat alle Unternehmen, die
Systeme zur Schulverpflegung vertreiben, über den Ausstieg aus dem System GeldKarte
und die Rahmenbedingungen informiert. Gleichzeitig gehen die genossenschaftlichen
Banken vor Ort auf Schulen zu, von denen bekannt ist, dass ausschließlich auf GeldKarte
basierende Lösungen im Einsatz sind, um gemeinsam mit den Schulen Alternativen zu
finden, die allen Schülern gleichermaßen die Möglichkeit zum Bezahlen der Schul- und
Pausenverpflegung geben.
Mittelfristig kann eine Systemumstellung auf alternative Zahlungsverfahren oder
Abrechnungssysteme erfolgen.

In einem von mir genutztem Parkhaus wird die GeldKarte für sogenanntes Check-In- Check-Out-Bezahlen genutzt. Kann ich zukünftig hieran nicht mehr teilnehmen?

Die Geldkarte kann bis max. 12/2017 für das Bezahlen im Parkhaus genutzt werden. Im
Parkhaus werden neben der GeldKarte immer auch Bargeld und ggf. auch weitere
Zahlungsmittel wie girocard und Kreditkarte akzeptiert, so dass weiterhin gewährleistet ist,
dass Kunden der genossenschaftlichen FinanzGruppe ebenfalls bezahlen können.