Bewerber trainieren in Bohmte

Die Kamera sorgt für Stress

Bohmte. Training ist wichtig. Das wissen nicht nur Sportler. Genauso gilt das im Hinblick auf Vorstellungsgespräche, bei denen es für Jugendliche um den angestrebten Ausbildungsplatz geht. In der Haupt- und Realschule Bohmte hilft eine Kamera dabei, eine möglichst realistische Stresssituation zu schaffen.

Zuständig als Experten, die die Aktion zum wiederholten Mal für die Bohmter Abschlussklassen durchführen, sind Marc Unland von der Barmer GEK und Christian Richter von der Volksbank Bramgau-Wittlage. Dass der erste Eindruck bei den zukünftigen Chefs eine Rolle spielt, ist in der Theorie sicher bekannt. In der Praxis sieht es durchaus anders aus: Wie stelle ich mich korrekt vor? Wie setze ich mich hin? Wo liegen meine Stärken, wo eventuelle Schwächen? Wie lassen sich schlechte Schulnoten erklären? Der belegbare Hinweis auf politische Interessen kann ebenso hilfreich auf dem Weg zur Unterschrift unter den Ausbildungsvertrag sein wie Hobbys, die Engagement erfordern.


Alle 10. Klassen mussten sich nicht nur vor der Kamera bewähren, sondern zudem unter realen Bedingungen einen Eignungstest bestehen – einschließlich Rechtschreibung und Zeitdruck.


Lob hatte Unland für die 10H1 parat: „Das ist ziemlich ungewöhnlich. Alle wollen in die Ausbildung und wissen sehr konkret, wo es hingeht.“ Er fügt hinzu: „Wer bis jetzt noch nicht aktiv geworden ist, muss langsam in die Hufe kommen.“


Vor der Kamera mussten sich alle Jugendlichen der Situation Vorstellungsgespräch stellen – unter Beobachtung der Mitschüler und mit anschließender Manöverkritik. Wichtig: Nicht jeder bekam die gleichen Fragen, aber in der Gesamtheit war das komplette Spektrum abgedeckt.


Einigkeit herrscht in der 10H1: „Das Training ist hilfreich für den Einstieg in das Berufsleben. Es ist besser als normaler Unterricht und nimmt etwas von der Nervosität vor einem Vorstellungsgespräch. Wir wissen jetzt besser, was uns erwartet.“


Nicht fehlen durften zwei Hinweise: Aktivitäten in sozialen Netzwerken wie Facebook können problematisch sein, und Online-Bewerbungen werden immer wichtiger.