Bramsche. Berufsorientierung und Bewerbungstraining waren von Montag bis Freitag erneut Themenblöcke, bei denen sich die Schülerinnen und Schüler der aktuellen Jahrgangsstufe 11 im Greselius-Gymnasium mit dem womöglich bald auf sie zukommenden Ernstfall vorbereiten konnten.

Von Angesicht zu Angesicht mit dem Personalchef: In einem fingierten Bewerbungsgespräch konnten sich Keno Winkler (links) und weitere Elfklässler von Christian Richter als Entscheider mit der Kamera filmen und dann nachträglich analysieren lassen. Foto: Holger Schulze

Auch in der diesjährigen Projektwoche kamen wieder zahlreiche Referenten ins Gymnasium, um Berufsbilder wie Jurist, Bankkaufmann, Mediziner, Flugsicherung oder das Studium im Ausland vorzustellen. Seit etlichen Jahren sind es zudem die Volksbank Bramgau-Wittlage sowie die Barmer GEK, die mit stark an der Praxis ausgerichteten Informations- und Übungseinheiten der Projektwoche Substanz verleihen.


Deren Referenten Markus Aperdannier, Marc Unland und Christian Richter boten den Elftklässlern nicht nur grundlegende Einblicke in die Wirkungen der Körpersprache, Tipps für das erwartete Verhalten im Bewerbungsgespräch oder Umgangsmöglichkeiten mit den sogenannten Stressfragen der Personalentscheider. Darüber hinaus konnten Zeitmanagement, Gruppendynamik oder die eigene Wirkung auf Dritte selbst einmal live erfahren und analysiert werden. Gelegenheit hierzu bot einmal die Aufgabenstellung, sich selbst innerhalb eines Zeitrahmens von fünf Minuten zu präsentieren.


„Wir sind positiv überrascht worden, gerade bei der Selbstvorstellung“, berichtete Markus Aperdannier. „Alle haben die Zeitvorgaben eingehalten und zum Teil leidenschaftlich über ihre Hobbys oder ihr Ehrenamt erzählt, was wiederum Rückschlüsse auf ihre Persönlichkeit ermöglichte“, gab Aperdannier seine Erfahrungen mit den Schülern wieder.


Gutes Niveau
„Ein gutes Niveau, qualitativ absolut gute Antworten und eine rege Beteiligung“ bescheinigte auch Marc Unland den Elftklässlern, die zudem „alle pünktlich zu den Stunden erschienen waren, was ich sonst eher selten erlebe“.
Bei ihm und Christian Richter wurden die Schüler vor die Videokamera gesetzt. Ein Bewerbungsgespräch, bestehend aus der Begrüßungsphase und der Beantwortung zweier für derartige Situationen typische Fragen, wurde in diesem Block mitgefilmt und anschließend ausgewertet.


Das dritte Element des praktischen Bewerbungstrainings bestand aus einem Gruppenszenario, wie es gerne in einem Assessment-Center Anwendung findet. Hierin sollte sich die Gruppe untereinander darauf verständigen, welche 15 Gegenstände mit in das Rettungsboot vor dem Verlassen des sinkenden Schiffes verstaut werden. Ist der Wasserbehälter wichtiger als der Dieselkanister? Wer übernimmt die Rolle des Moderators. Von wem wird die Meinung engagiert vertreten, und weitere Einzelheiten waren es, die bei diesem Rollenspiel von den Trainern beobachtet und nachgehalten wurden. Wie im Ernstfall eben auch, bei dem die Auswahl für einen Ausbildungsplatz, eine Fortbildung oder für den Studienplatz anhand der so ermittelten Eindrücke stattfindet.


„Wir sind vorbereitet“, war sich letztlich der Schüler Lasse Barz sicher. „Hilfreich waren für uns die Tipps zur Rhetorik und dass wir Verhaltensweisen aufgezeigt bekamen“, lautete seine positive Bilanz. Und Niclas Zurhorst hob hervor: „Es war sehr gut, dass man sich mal selbst sehen und die Tests kennenlernen konnte.“


„Der Jahrgang 11 ist mit gutem Engagement dabei“, war auch Schulleiter Klaus-Jürgen Bock. Erfreulich sei auch, so Bock weiter, „dass uns die Unternehmen dauerhaft unterstützen, wofür ich sehr, sehr dankbar bin.“

Quelle

Text und Bild

Holger Schulze / Bramscher Nachrichten