Tipps für Oberschüler

Bohmte: Bewerbungstraining vor der Kamera

„Bei Nervosität spricht man leiser. Achtet darauf, denn es ist schade, wenn das Gegenüber gute Antworten nicht hört.“ So lautete einer der Tipps für die Schüler der 10. Klassen der Oberschule Bohmte, die zusammen mit den Experten von Volksbank Bramgau Wittlage und Barmer GEK, Christian Richter und Marc Unland, ein intensives Bewerbertraining absolvierten.

Bewerbertraining in der Oberschule Bohmte: Für das Foto nimmt Michael noch einmal die Rolle des Bewerbers ein. Ihm gegenüber: Christian Richter, an der Kamera Marc Unland – im Hintergrund die Mitschüler der Klasse 10H2. Foto: Karin Kemper

Pro Klasse stand ein kompletter Schultag auf dem Stundenplan. Das Seminar umfasst gleichermaßen Theorie und Praxis – vom schriftlichen Test, der umgehend ausgewertet wurde und die eine oder andere Wissenslücke offenbarte, bis hin zur Stärkenanalyse und dem Bewerbungsgespräch vor der Kamera. Und Schulleiter Clemens Brunsen kam ebenfalls zu einer Stippvisite. Alles in allem: kein Mangel an Stress.


Das ging so weit, meinte Unland mit einem Augenzwinkern, dass sich Jugendliche scheuten, den Fachraum zu betreten. Der Grund: „Ich hab Angst, da steht eine Kamera.“ Umgekehrt meinte eine Schülerin der Klasse 10H2: „Dass die Kamera alles aufzeichnete, habe ich sofort vergessen, als ich auf dem Stuhl saß.“


Durchaus hilfreich für zukünftige Auszubildende der Hinweis: „Jeder Chef weiß, dass ihr nervös seid, und will euch helfen.“ Die Aufforderung, über sich selbst zu berichten, soll helfen, die Nervosität abzubauen. Allerdings erfordert auch das wiederum Training. Der Bewerber sollte sich vorher überlegt haben, was er berichten könnte. Unland: „Zu viele Ähs und Öhs sollte jeder vermeiden.“
Bei der Analyse eines der Kamera-Vorstellungsgespräche gab es allerlei Lob: „Ich fand, deine Antworten kamen gut und zügig.“ Der Experte machte der jungen Dame Mut: „Seh dich selbst nicht so kritisch. Du kannst das.“


Und auch der Hinweis auf Höflichkeit durfte nicht fehlen. Wer sich am Schluss eines Vorstellungsgespräches bedankt, bucht möglicherweise den Mini-Pluspunkt, der ihn von anderen Bewerbern unterscheidet.
Bei der Aufzählung eigener Stärken, so die Experten, sollte die Pünktlichkeit unbedingt ausgelassen werden. Sie ist nämlich schlicht und ergreifend selbstverständlich. Das sollte auch in der Schule gelten. Denn Verspätung sei gegenüber den anderen grob unhöflich. Und wer Pünktlichkeit in zehn Jahren Schule nicht gelernt habe, werde sich kaum von einem Tag auf den anderen in der Ausbildung umstellen ...


Apropos Pünktlichkeit. Wer zu einem Test eingeladen werde, so Unland, sollte genügend Zeit einkalkulieren – beispielsweise Zugverspätung oder den Weg vom Pförtner bis zum Raum, wo ein Test stattfindet. Es ist nämlich sehr gut möglich, dass die Tür verschlossen ist, sobald die gesetzte Anfangszeit erreicht ist.

Quelle

Text und Bild

Karin Kemper / Wittlager Kreisblatt