Volksbank Bramgau-Wittlage setzt auf Eigengewächs

Holger Benitz neuer Vorstand

Bramsche. Vom Azubi zum Vorstand: Diesen Weg hat Holger Benitz bei der Volksbank Bramgau-Wittlage zurückgelegt. Seit Jahresbeginn führt der 45-jährige Achmeraner zusammen mit Frank Rauschenbach die Genossenschaftsbank. Eine Doppelspitze, die auf Dauer angelegt ist, wie beide beim Pressegespräch zur Vorstellung durchblicken lassen.

Der Aufsichtsrat habe sich bewusst für das Eigengewächs Benitz entschieden, betonte Rauschenbach, der selbst seit elf Jahren im Amt ist. „Wir bilden die Leute gut aus, dann wollen wir auch die Früchte ernten“, beschrieb er die Philosophie. Rauschenbach wird als Handelsvorstand für das aktive Geschäft verantwortlich sein, Benitz als Überwachungsvorstand für das Controlling.

An Aufgabe herangeführt

Nach der Ausbildung durchlief Benitz mehrere Abteilungen bei der Volksbank in Bramsche, erlebte zwei Fusionen mit und kam 1999 als Regionalleiter in eine erste Führungsposition. Mit der Ernennung zum Vorstandsassistenten und Prokuristen im Jahr 2011 wurde deutlich, dass ihm Führungsaufgaben zugetraut werden. Das wurde zwei Jahre später offensichtlich, als er zum Vertreter des Marktfolgevorstands Heiko Ziegemeier ernannt wurde, für den er nun in den Vorstand nachgerückt ist.

Nach dieser gewissenhaften Vorbereitung entfalle damit auch eine Einarbeitungszeit, sieht Benitz selbst einen Vorteil dieser langfristigen Strategie. Für den Diplom-Bankbetriebswirt ist es eine „Herzensangelegenheit, die Zukunft gestalten können in einem Haus, in dem ich selber groß geworden bin“. Wobei diese Zukunft durchaus Herausforderungen bereithält angesichts des anhaltend niedrigen Zinsniveaus. Es werde darauf ankommen, neue Einnahmequellen zu erschließen und gleichzeitig Prozesse zu verschlanken, um Einsparungen erzielen zu können, meinte der neue Vorstand, der unter anderem für die Bereiche Controlling, EDV und Revision verantwortlich ist.

Suche nach neuen Einnahmequellen

Als neue Einnahmequellen sehen Rauschenbach und Benitz beispielsweise das Provisionsgeschäft oder die eigene Erschließung von Baugebieten. Auch Investitionen in Windenergie oder den sozialen Wohnungsbau seien vorstellbar. Bei den Einsparungen hat Benitz vor allem sozialverträgliche Lösungen im Blick, etwa in Einzelfällen den Verzicht auf die Neubesetzung frei werdender Stellen. Streichungen im Filialnetz seien nicht vorgesehen: „Kundennähe ist Teil unseres Selbstverständnisses“, betont Benitz. Eine weitere Fusion nach dem Zusammenschluss zunächst mit Wallenhorst und dann mit der Volksbank Wittlage halten weder er noch Rauschenbach für erforderlich.

Einig ist sich die neue Doppelspitze auch bei der Beurteilung des Marktes. Altersvorsorge sei angesichts des niedrigen Zinsniveaus derzeit zwar nicht besonders attraktiv, gerade deshalb aber unverändert notwendig: „Die Lücke wird ja immer größer“, sagt Benitz.

Auf der anderen Seite führten die niedrigen Zinsen zu einer großen Nachfrage bei Immobilien, die nicht befriedigt werden könne. Es fehle in Bramsche an „bezahlbaren Bauplätzen“, betonte Rauschenbach. Im letzten Jahr sei das Angebot „ziemlich mau“ gewesen.

Quelle

Text

Heiner Beinke / Bramscher Nachrichten