Große und kleine Sterne des Sports 2018 in Bronze verliehen

VfL Lintorf und TuS Bad Esen wurden für ihr Engagement geehrt

Die Preisverleihung der „Sterne des Sports“ in Bronze fand am 26. Oktober 2018 im Sportlerheim des TuS Glane statt. In seiner Ansprache an die anwesenden Vereinsvertreter würdigte Heiko Engelhard von der Volksbank Osnabrück eG – auch im Namen seiner Vorstandskollegen Holger Benitz, Volksbank Bramgau-Wittlage eG und Wolfgang Beckstedde, Volksbank GmHütte-Hagen-Bissendorf eG – das herausragende ehrenamtliche Engagement: „Sportvereine sind unverzichtbar. Sie führen Menschen zusammen, und leisten tagtäglich große Arbeit, die für unsere Gesellschaft sehr wichtig ist. Deshalb ist der heutige Tag für uns ein ganz besonderer. Wir möchten Sportvereine und deren Menschen ehren, die sich in besonderem Maße für unsere Region eingesetzt haben. Uns als genossenschaftliche Institutionen liegt unsere Region sehr am Herzen. Wir stammen aus ihr und wir arbeiten für sie – genau wie unsere Sportvereine“.

Ausgezeichnet wurden auf der gemeinsamen Veranstaltung der Volksbanken Bramgau-Wittlage eG, Volksbank GmHütte-Hagen-Bissendorf eG und der Volksbank Osnabrück eG auf der regionalen Ebene je Bank ein erster und ein zweiter Platz. Der "Große Stern des Sports" wurde mit einem Preisgeld in Höhe von 1000,00 € dotiert; die Gewinner des "Kleinen Stern des Sports" durften sich über 750,00 € Preisgeld freuen. Desweiteren wurden drei Vereine ebenfalls für ihr Engagement geehrt.  

Die Auszeichnung ist zugleich die Eintrittskarte für die nächste Runde im Wettbewerb um die „Sterne des Sports“.

 

Zum Wettbewerb „Sterne des Sports“

Initiiert durch den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und den Volksbanken und Raiffeisenbanken werden die „Sterne des Sports“ bereits seit 2004 vergeben. Inzwischen hat sich der Wettbewerb zu einem gesellschaftspolitischen Event entwickelt, dessen alljährlicher Höhepunkt die Auszeichnung der „Sterne des Sports“ in Gold ist.
Die Veranstaltung wird von höchster politischer Ebene begleitet: In den vergangenen Jahren haben die Bundeskanzlerin und der Bundespräsident die Bundessieger im jährlichen Wechsel persönlich ausgezeichnet.
Weitere Informationen im Internet unter www.sterne-des-sports.de.

„Sterne des Sports“ 2018, Sieger und Platzierte

"Großer Stern des Sports "in Bronze

  • VfL Lintorf (Darts-Trendsport und Bewegung für alle)
  • Reitverein St. Martinus Hagen (Benefizturnier für schwerkranke Kinder)
  • TuS Glane (Sportpark Glane – gemeinsam in Bewegung)

"Kleiner Stern des Sports "in Bronze

  • TuS Bad Essen (Basketballcamp „Never be Average“ – Sportcamp mit Schwerpunkt Persönlichkeitsentwicklung)
  • TuS Haste (Gewaltprävention für Grundschüler – „Rangeln und Raufen“)
  • Reiterhof Meyer zu Reckendorf (Springplatz für die Jugend).

Weitere Auszeichnungen:

  • Verein für Natursport und Kunst Hase-Ems (Zirkus der Kulturen)
  • Osnabrücker SC (Feriencamp für Kinder mit und ohne Handicap)
  • TSG Burg Gretesch (Robin-Hood-Wochenende – Aktiv im Wald).

Projektbeschreibung des VfL Lintorf

Darts - Trendsport und Bewegung für alle

Kurzbeschreibung des Engagements
Mit "Darts" die Trendsportart aufgreifen und neue Leute für Gemeinschaft und Sport begeistern: Frauen und Männer, Kinder und Jugendliche, unabhängig von Alter, Geschlecht und Herkunft - offen auch ohne Vereinsmitgliedschaft.
Gesellschaftliche Wirksamkeit
Das Angebot hat besonders Leute angesprochen, die bisher noch keine für sie geeignete
Gemeinschaftssportart gefunden haben. Wir erreichen auch Menschen, die sich in den klassischen Sportarten (Fußball, Turnen, Leichtathletik) nicht zuhause fühlen.
Reaktion auf Herausforderung
Der Verein hat eine Möglichkeit gesucht, eine neue Sportart bzw. Sportgruppe zu etablieren, die sich unterscheidet von den bisherigen Angeboten und neue Interessierte anlockt, geschlechterübergreifend und offen für Ungeübte. Durch neue Angebote wollen wir die Stärke des Vereins im ländlichen Raum erhalten oder sogar ausbauen.
Übertragbarkeit
Wir haben uns selbst Anregungen bei einem benachbarten Verein geholt und in Eigenleistung bzw. mit einer überschaubaren Investition in vorhandene Räumlichkeiten Spielflächen, d. h. 6 Dartplätze, geschaffen. Planung und Durchführung sind dokumentiert und können leicht nachvollzogen werden.
Kommunikation
Unsere Angebote und Leistungen werden in den lokalen Printmedien, auf unserer Homepage und in den sozialen Netzwerken kommuniziert.
Vernetzung
Neben den persönlichen Kontakten pflegen wir auch einen Informationsaustausch mit anderen lokalen Vereinen und Institutionen (Gemeinde, "runde Tische", benachbarte Vereine, Feuerwehren, Schulen der Gemeinde Bad Essen).
Innovation
Besonders an der Idee und der Umsetzung ist sicherlich der Ort bzw. die Räumlichkeiten, die auf den ersten Blick nicht geeignet erschienen, 4 oder sogar 6 Dartplätze einzurichten, da die Räumlichkeit in unserem Vereinsheim auf den Längsseiten beinahe vollflächig Schrägen aufweist. Aber in Gesprächen mit Sportlerinnen und Sportlern, die Erfahrungen aus Beruf und Handwerk einbringen konnten, haben wir eine sehr gute Lösung gefunden, regelmäßig, d. h. zur Zeit mindestens einmal wöchentlich, Darttraining anzubieten und die Fläche auch weiterhin als Begegnungsraum oder Seminarraum zu nutzen, da wir die Dartanlagen komplett mobil angelegt haben.

Projektbeschreibung des TuS Bad Essen

Kurzbeschreibung des Engagements
Das Basketballcamp steht allen SpielerInnen zwischen 10 und 17 Jahren offen. Es findet zum 3. Mal statt (16.-20.7). 2016 waren es 18 TeilnehmerInnen aus drei Vereinen, 2017 schon 30 aus 10 Clubs. 2018 ist bei 50 Anmeldungen eine Warteliste eingerichtet worden. 15 Vereine aus Niedersachsen und NRW schicken Mädchen und Jungen nach Bad Essen. Zwei Jungen gehören keinem Verein an. Die Inhalte sind so gestaltet, dass es keine Rolle spielt, wie gut jemand ist. Es sind Spielerinnen aus der U-18-Bundesliga dabei, über Jungen aus Landeskadern bis hin zu "Freiplatzzockern". Die Teilnahmegebühr beträgt 250 Euro. Enthalten sind Training/Betreuung, vier Übernachtungen, Vollpension, unbegrenzt Wasser/Apfelschorle, Müsliriegel und Obst sowie T-Shirt und Socken (mit entsprechenden Aufdrucken). Bei Wettbewerben (MVP, Quiz, Skills-Challenge, Shooting-Contests, beste Mädchen, beste Jungen) können nochmal 24 zusätzliche Preise wie z.B. Bücher, DVD, Rucksack, Jerseys und Bälle erspielt worden. MVP ist der/die mit den meisten Punkten, Punkte gibt es für Engagement, bei den täglichen Quizrunden oder für Verantwortung (z.B. Wasserkisten austauschen). Unterkunft für die 5 Tage ist die Familienferienstätte Haus Sonnenwinkel. Mit Bullis und mit der Hilfe von Eltern aus Bad Essen geht es in die Halle der Oberschule und zurück (ca. 2 Kilometer pro Weg). Als Trainer sind Lars Herrmann (C-Lizenz), Julia Herrschaft (C-Lizenz) sowie die amerikanischen Ex-Profis Torrell Martin und Michael Payne rund um die Uhr dabei, schlafen also auch im Haus Sonnenwinkel. Als Tagesgäste kommen Paul Gudde (bundesweiter Individualtrainer), Melli Knopp (Osnabrück), Fabian Bleck (Bremerhaven) und Nadine Bahr (Rollstuhlnationalspielerin).
Das Camp vereint Sport und Persönlichkeitsentwicklung (in Form von Workshops). So gehen alle in den nahegelegenen Hoch- und Niedrigseilgarten, um sich gegenseitig zu helfen und um Grenzen auszutesten. Julia ist Polizistin und wird die SpielerInnen in Sachen Selbstverteidigung bei einem Angriff und Selbstbehauptung schulen. Lars wird von besonderen Karrierewegen erzählen, von Spielern, die es aus schwierigen Verhältnissen zum Profi geschafft haben.
Die Kids sollen verstehen, dass man nur eigene Fußstapfen hinterlassen kann, wenn man seinen eigenen Weg geht. Sie sollen in ihren Stärken und Vorlieben bestärkt werden und realisieren, dass es gut ist, individuell zu sein.
Gesellschaftliche Wirksamkeit
Das Camp stößt über das Osnabrücker Land hinaus auf Interesse. Diesmal kommen die TeilnehmerInnen aus Bad Essen, Melle, Osnabrück, Nordhorn, Oldenburg, Bürgerfelde, Petersfehn, Osterholz-Scharmbeck, Göttingen, Beverstedt, Oestringen, Hohnstorf, Ebstorf, Uelzen, Lübbecke und Münster. Die Eltern schätzen vor allem die Kombination aus Training und Workshops, um die Kids in ihrer Persönlichkeit zu stärken. Das heben sie bei der Anmeldung immer wieder hervor. SpielerInnen, die zum 2. oder 3. Mal dabei sind, berichten, dass ihnen die Inhalte auch nach der Woche im Alltag helfen - sie sind selbstbewusster im Training aber auch in ihrem Auftreten allgemein (z.B. in der Schule).
Reaktion auf Herausforderung
Das Thema Mobbing ist in den Schulen und im Internet stets aktuell. Sobald jemand einen
außergewöhnlichen Musikgeschmack hat, eine auffällige Frisur hat oder generell andere Interesse als die "Freunde" (oder Mitschüler), ist er/sie schnell außen vor. Der Titel N.B.A. - Never Be Average ist daher bewusst gewählt. N.B.A. passt zur besten Liga der Welt. Never Be Average bedeutet a) dass man all seine Träume und Ziele verwirklichen/erreichen kann, wenn man hart dafür arbeitet und dran glaubt und b) dass es in Ordnung ist, nicht "Durschnitt" zu sein und das zu machen, was alle anderen machen bzw. als Standard empfinden. Es ist toll, wenn Kids dabei sind, deren Familien zu kämpfen haben. Die vorgestellten Karrierewege sollen zeigen, dass es anderne noch schlechter geht/ging, sie aber ihren Traum verwirklicht haben, weil sie nicht aufgegeben haben und weil sie für etwas gekämpft haben. Das gilt übrigens auch für die Ex-Profis Torrell Martin und Michael Payne.
Übertragbarkeit
Andere Vereine richten auch Basketballcamps aus, allerdings sind die Kids fast nur in der Halle. Die Kombination mit den Workshops, die die Persönlichkeit stärken sollen, gibt es meines Wissens nach sonst nirgends in Deutschland. Natürlich könnte ein Verein das Konzept kopieren. Aber so ein Camp lebt auch von den beteiligten Personen. Die Kids merken, ob man das ernst meint, was man ihnen erzählt und vorlebt.
Kommunikation
Im Vorfeld und im Anschluss wird im Wittlager Kreisblatt/NOZ darüber berichtet. Das Camp hat eine eigene Facebookseite (ww.facebook.com/nbacampbadessen). Außerdem erzählen die Kinder in ihren Heimatvereinen, wie gut es ihnen in Bad Essen gefallen hat. Insofern spricht es sich schnell herum. Die jeweiligen Landesverbände, die zu dem Zeitpunkt des Camps Sommerferien haben, werden angeschrieben mit der Bitte um Veröffentlichung auf ihren Internetseiten. Und auch im Magazin des Landessportbunds Niedersachsen bzw. in Stiftungsberichten ist über das Camp berichtet worden.
Vernetzung
In erster Linie sind es die anderen Vereine bzw. deren TrainerInnen und/oder AbteilungsleiterInnen. Sie müssen die Ankündigung/Info an ihre Mitglieder (SpielerInnen) weitergeben. Das geschieht per Mail, aber auch jedes Wochenende in den Hallen am Rande der Ligaspiele. Um die Gebühr pro Kind möglichst gering halten zu können, unterstützen Stiftungen finanziell. Durch ihren Beitrag werden die Gesamtkosten gesenkt. 2016 waren die Lotto-Sport-Stiftung und die Allianz für Kinder beteiligt. 2017 Lotto-Sport, OLB-Stiftung und Landessportbund. Diesmal sind es wieder Lotto-Sport und OLB (hoffe, das ist kein Auschlusskriterium...)
Innovation
Wie oben beschrieben, wüsste ich nicht, dass es den Ansatz Basketball/Persönlichkeitsstärkung woanders in Deutschland gibt. Solche Wettbewerbe gibt es auch in anderen Camps, wie man an Punkte kommt, könnte in Bad Essen anders sein. Während der MVP woanders in der Regel der beste/talentierteste Spieler ist, muss der/die MVP bei uns auch außerhalb der Halle überzeugen. Die Quizrunden gehen in die
Wertung ein, Verantwortung (z.B. auch Schlüssel für das Zimmer verwalten), positives Verhalten...Punkte in der Halle und außerhalb sind ungefähr gleich möglich, so dass man in beiden Bereichen überzeugen muss, wenn man MVP werden möchte. 2017 wurde es eine 12-Jährige aus Herne.