Große und kleine Sterne des Sports 2019 in Bronze verliehen

Wallenhorst. Großer Jubel beim Blau-Weiß Hollage, beim TuS Hilter und beim Osnabrücker Turnerbund. Sie sind die Gewinner der diesjährigen „Großen Sterne des Sports“ in Bronze.
Neben der Siegertrophäe erhält jeder Verein ein Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro.

Sterne des Sports 2019

Regionale Sportvereine ausgezeichnet! Preisträger kommen aus Hollage, Hilter und Osnabrück

Der Blau-Weiss Hollage v. 1934 e. V. wurde für sein vereinsübergreifendes Projekt „WitteKINDerLiga – Kinderleichtathletik mit Leidenschaft!“ ausgezeichnet. Hintergrund ist, dass die Kinderleichtathletik im Raum Osnabrück zwar in vielen Vereinen praktiziert wird, es dennoch wenige Wettkämpfe für die Altersklassen U8 und U10 gibt. Die neu etablierte WitteKINDerLiga soll das ändern.

Der TuS Hilter von 1902 e. V. engagiert sich für sportliche Inklusion. Mit seinen Angeboten setzt der Verein stets verbindende Elemente zwischen jung und alt, bekannt und fremd oder behindert und unbeeinträchtigt um. Seit 1996 finden Menschen mit geistigen und körperlichen Beeinträchtigungen ein sportliches Zuhause im TuS Hilter. Der Behindertensport ist lebendiger Bestandteil der Vereinsstruktur.

Der Osnabrücker Turnerbund v. 1876 e. V. konnte die Jury mit seinem inklusiven Samstagsbewegungsangebot für die ganze Familie überzeugen. Das Projekt wird jede Woche von Sportstudenten der Uni Osnabrück durchgeführt und richtet sich an Familien mit Kindern von 0 bis 12 Jahre mit und ohne Handicap. Das Angebot besteht aus einer großen Bewegungslandschaft, die jede Woche neu und anders aufgebaut wird. So können sich die Kinder jede Woche mit ihren Eltern neuen Herausforderungen stellen!

Übrigens: Der Osnabrücker Turnerbund ist sogar für einen der drei „Sterne des Sports in Silber“ auf Landesebene nominiert. Die Verleihung findet am 13. November 2019 in Bad Zwischenahn statt. Wir drücken dem OTB fest die Daumen.

Die Volksbanken im Osnabrücker Land hatten den Wettbewerb auch in diesem Jahr wieder gemeinsam ausgeschrieben. Insgesamt gingen sieben Bewerbungen ein. Die mit Ralph Bode (Vorsitzender des Stadtsportbundes), Harald Pistorius (Leiter der NOZ-Sportredaktion), Wilfried Beckmann (Vorsitzender des Kreissportbundes), Holger Benitz (Vorstand der Volksbank Bramgau-Wittlage eG), Sandra Hölscher-Kleine-Tebbe (Marketingreferentin der Volksbank eG Bad Laer-Borgloh-Hilter-Melle und Heiko Engelhard (Vorstand der Volksbank Osnabrück eG) prominent besetzte Jury hatte sich die Arbeit nicht leicht gemacht und die Auswahl der diesjährigen Preisträger unter größter Sorgfalt getroffen.

Die Preisverleihung der „Sterne des Sports“ in Bronze fand am 1. November 2019 im Heimat-haus Hollager Hof in Wallenhorst statt. In seiner Ansprache an die anwesenden Vereinsvertreter würdigte Volksbank-Vorstand Holger Benitz – auch im Namen seiner Vorstandskollegen Andro Voß und Heiko Engelhard – das herausragende ehrenamtliche Engagement: „Sportvereine sind unverzichtbar. Sie führen Menschen zusammen und leisten tagtäglich große Arbeit, die für unsere Gesellschaft sehr wichtig ist. Deshalb ist der heutige Tag für uns ein ganz besonderer. Wir möchten Sportvereine und deren Menschen ehren, die sich in besonderem Maße für unsere Region eingesetzt haben. Uns als genossenschaftliche Institutionen liegt unsere Region sehr am Herzen. Wir stammen aus ihr und wir arbeiten für sie – genau wie unsere Sportvereine“.

„Kleine Sterne des Sports“ in Bronze gingen in diesem Jahr an folgende Vereine:
- Hunteburger SV e. V. (Projekt „Krabbelriege“)
- TuS Bad Essen von 1896 e. V. (Projekt „Basketballcamp N.B.A. – Never Be Average“)
- SV Hellern von 1924 e. V. (Projekt „Danceclusion Contest – ein inklusives Tanzturnier)
- TuS Glane e. V. (Projekt „Kinder helfen Kindern“)

Über den Wettbewerb

Die „Sterne des Sports“ sind Deutschlands wichtigster Vereinswettbewerb im Breitensport. Seit dem Jahr 2004 würdigen die „Sterne des Sports“ das vielfältige Engagement der Sportvereine in unserer Gesellschaft. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und seine Mitgliedsorganisationen zeichnen gemeinsam mit den Volksbanken und Raiffeisenbanken die Bereitschaft der Sportvereine aus, Verantwortung zu übernehmen und Projekte zu fördern, die über das sportliche Angebot hinausgehen. Der Wettbewerb wird über drei Ebenen ausgetragen, beginnend mit der Verleihung des „Großen Stern des Sports“ in Bronze auf Ortsebene über die Verleihung des „Großen Stern des Sports“ in Silber auf Landesebene bis zum Bundesfinale in Berlin, bei dem der Gewinnerverein den „Großen Stern des Sports in Gold“ erhält. Zusätzlich winken attraktive Preisgelder – bei Gewinn aller drei Stufen des Wettbewerbs besteht die Chance auf bis zu 14.000 Euro.

Das Bundesfinale in Berlin wird von höchster politischer Ebene begleitet: In den vergangenen Jahren haben die Bundeskanzlerin und der Bundespräsident die Bundessieger im jährlichen Wechsel persönlich ausgezeichnet.

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.sterne-des-sports.de.

Projektbeschreibung des Blau Weiß Hollage/LT Osnabrück Nord

WitteKINDerLiga – Kinderleichtathletik mit Leidenschaft!

Kurzbeschreibung des Engagements
Wir, Trainer und Trainerinnen des TuS Bad Essen, des LT Osnabrück Nord und des Osnabrücker TB, haben uns im Mai letzten Jahres zusammengeschlossen, um im Landkreis Osnabrück eine Leichtathletik-Kinder- Liga, die sogenannte WitteKINDerLiga, zu etablieren. Der Hintergrund ist, dass die Kinderleichtathletik im Raum Osnabrück zwar in vielen Vereinen praktiziert wird, es dennoch wenige Wettkämpfe für die Altersklassen U8 und U10 gibt.
Aus diesem Grund haben wir uns ein neues Konzept für die Region Osnabrück überlegt: Als Pilotprojekt startete letztes Jahr der erste Durchlauf der WitteKINDerLiga mit zwei Wettkämpfen. Startschuss war der 24.06.2018 in Osnabrück. Insgesamt 56 Kinder von vier unterschiedlichen Vereinen gingen in zwölf Teams an den Start. Der nächste Wettkampf fand am 27.10.2018 in Wallenhorst statt. Dabei trafen 60 Kinder auf zwölf Teams verteilt von fünf Vereinen gegeneinander an. Dieses Jahr geht die WitteKINDerLiga in die zweite Runde. Nach dem erfolgreichen Pilotprojekt stehen in diesem Jahr insgesamt vier spannende Kinderleichtathletik-Wettkämpfe an unterschiedlichen Standorten auf der Agenda. Den ersten haben wir am 31.03.2019 schon erfolgreich in Bad Essen mit über 60 Kindern von sechs verschiedenen Vereinen bestritten. Also schon wieder eine Weiterentwicklung was die Zahl der teilnehmenden Vereine und die Anzahl der Kinder betrifft.
Die Wettkämpfe laufen immer unter unterschiedlichen Mottos. Die Wertung der Wettkämpfe erfolgt ausschließlich als Team-Wertung (alters- und geschlechtsgemischte Teams). Die Teams können zu jedem Wettkampf neu gemischt werden und sollen immer aus vier bis sechs Kindern bestehen. Insgesamt absolvieren die Kinder fünf Disziplinen, die sich aus den Bereichen Laufen, Springen und Werfen zusammensetzen. Dabei wird darauf geachtet, dass die Disziplinen kindgerecht gemäß der Kinderleichtathletik sind.
Als zusätzliche Form zu den altbekannten Auszeichnungen Urkunden und Medaillen haben wir uns für bunte Stoff-Armbänder entschieden, die die Kinder bei der Teilnahme an den Wettkämpfen sammeln. Damit möchten wir die Kinder motivieren, am Ende des Jahres vier bunte Armbänder am Arm tragen zu können. Uns ist es wichtig, dass alle Kinder etwas von der Veranstaltung mit nach Hause nehmen können. Armbänder tragen die Kinder aus Stolz auch noch nach der Veranstaltung, in der Schule und in der Freizeit.

Gesellschaftliche Wirksamkeit

Insgesamt können wir bereits nach drei Veranstaltungen einen steigenden Trend sowohl in der Teilnehmerzahl als auch in der Zahl der teilnehmenden Vereine feststellen. Zudem lassen sich auch steigende Mitgliederzahlen in den Kinderleichtathletikgruppen der drei Vereine aufweisen. Unsere WitteKINDerLiga ist zwar für Kinder, dennoch kommen die Nachwuchsathleten als Helfer bei den Veranstaltungen nicht zu kurz. Viele Athleten aus unseren älteren Gruppen lassen sich für das Konzept begeistern und stehen uns gerne als Helfer bei den Veranstaltungen zur Seite.
Inklusion ist in der heutigen Gesellschaft ein hochaktuelles Thema. Auch Kinder mit Handicap nehmen mit Freude an den Veranstaltungen der WitteKINDerLiga teil. Die Atmosphäre vor Ort ist sehr harmonisch und familiär. Viele Kinder kommen mit ihren Geschwisterkindern, den Eltern und viele sogar mit Oma und Opa im Anhang.

Reaktion auf Herausforderung
Generell ist das Interesse an Leichtathletik in der Stadt Osnabrück und im Osnabrücker Land groß, wie es der Vielzahl an Vereinen zu entnehmen ist. Der Großteil der Vereine bietet Leichtathletik bereits ab dem frühen Kindesalter (ca. 6 Jahre) an, allerdings oft nur in den standardmäßigen Disziplinen – Laufen, Springen, Werfen – nach dem Prinzip 50m Lauf, Zonenweitsprung und Schlagballwurf. Dieses spiegelt sich in den rar vorhandenen Wettkämpfen für Kinder wider. Kinder in dem Alter brauchen Abwechslung und spielerische Komponenten, welche bei den klassischen Disziplinen nicht unbedingt gegeben sind. Um dieser Problematik entgegenzuwirken, hat der Deutsche Leichtathletik Verband 2013 ein eigenes Wettkampfsystem für die Kinderleichtathletik entwickelt. Anhand dieses Vorbildes haben wir uns im letzten Jahr zusammengeschlossen und mit Hilfe des bestehenden Wettkampfsystems unsere eigene Kinderliga entwickelt. Hierzu haben wir uns die Empfehlungen des DLV zu Herzen genommen und unsere eigenen Wettkämpfe entworfen. Wir haben uns explizit für die Altersklassen U8 (7 Jahre und jünger) und U10 (8-9 Jahre) entschieden, da für diese Altersklassen kaum Disziplinen in Niedersachsen angeboten werden. Außerdem ist es für die Kinder sehr wichtig schon in frühen Jahren erste positive Wettkampferfahrungen zu sammeln. Um das Gemeinschaftsgefühl in der eigentlichen Individualsportart Leichtathletik zu stärken, treten die Kinder in Teams an, um so gemeinsam gewinnen zu können, sodass es keine individuellen Verlierer gibt.

Übertragbarkeit
Das Besondere an unseren Wettkämpfen ist, dass man keine Wettkampfanlage benötigt, um ein erfolgreiches Sportfest zu haben; so findet einer unserer Wettkämpfe lediglich „nur“ auf einem Rasenplatz statt und zwei Wettkämpfe in einer einfachen Schulsporthalle. Zu unseren Veranstaltungen der WitteKINDerLiga laden wir umliegende Vereine ein. Dabei spielt es für uns keine Rolle, ob die Vereine einem bestimmten Kreis oder einem Landesverband angehören. Auch leichtathletikfremde Teams können teilnehmen, so können auch Schulteams durch unsere Vereinskooperationen mit Grundschulen an den Wettkämpfen teilnehmen. Wie bereits der Trend aus dem letzten Jahr erkennen lässt, wächst die WitteKINDerLiga stetig und wir freuen uns über neue Mitgliedsvereine, die das Projekt der WitteKINDerLiga unterstützen möchten.

Kommunikation
Unsere WitteKINDerLiga ist auf folgenden Kanälen zu finden:
• https://ltos-nord.de/wittekinderliga/
• http://www.nlv-kreis-os-land.de/?WitteKinderLiga
• Instagram
Außerdem nutzen wir die örtlichen Printmedien und unsere eigens gestalteten Flyer (siehe Bilder). Jeder Verein verfasst zu den einzelnen Veranstaltungen einen Bericht, der dann auf den jeweiligen Homepages zu finden ist. Darüber hinaus werden unsere Zeitungsartikel über die KINDERLEICHTathletik-Facebookseite des DLV verbreitet

Vernetzung
Eine Zusammenarbeit mit sportinternen Partnern ist insofern gegeben, als dass wir die WitteKINDerLiga mit drei Vereinen gegründet haben. Darüber hinaus findet unsere Kinderliga Zuspruch und Unterstützung vom Kreisverband des Niedersächsischen Leichtathletikverbands sowie vom Landesverband selbst. Des Weiteren konnten wir für Werbemaßnahmen einen sportexternen, regionalen Sponsor in Form von KundN Werbung aus Melle für uns gewinnen.

Innovation
Unser Konzept funktioniert nur so gut, da wir, obwohl wir konkurrierende Vereine in der Leichtathletik sind, an einem Strang ziehen. Wir arbeiten zusammen, um unser Ziel, die Kinderleichtathletik populärer zu machen, zu erreichen. Dazu gehören der regelmäßiger Austausch sowie Teamsitzungen zur Planung der gemeinsamen Veranstaltungen. Unser Team ist eine Verbindung aus ‚Jung und Alt‘ – inspirierender und frischer Wind verbunden mit jahrelangem Knowhow.

Projektbeschreibung des TuS Bad Essen

Basketballcamp N.B.A. - Never Be Average

Kurzbeschreibung des Engagements
Das Basketballcamp N.B.A. – Never Be Average des TuS Bad Essen vereint Sport und
Persönlichkeitsstärkung. Der Termin liegt immer in den niedersächsischen Sommerferien. Als Unterkunft während der fünf Tage dient die Familienferienstätte Haus Sonnenwinkel.
Außer den Trainingseinheiten mit lizenzierten Coaches und (Ex-)Profis wie Torrell Martin und Michael Payne (rund um die Uhr dabei) stehen Workshops mit Fachkräften im Mittelpunkt. Seit der Premiere 2016 waren dies u.a. „Facebook, Instagram & Co. – Chancen und Risiken“, „Lernen leicht gemacht“, „Ernährung für SportlerInnen“ oder „Selbstverteidigung/Selbstbehauptung“. Den Mädchen und Jungen soll bewusst werden, dass niemand perfekt ist – aber jede/jeder eine „limited edition“. Leitgedanke ist: „Sei du selbst. Alle anderen gibt es schon!“ Im Englischen gibt es einen tollen Spruch, der ebenfalls ganz gut passt: „Why do we try so hard to fit in, when we are born to stand out?“
Die TeilnehmerInnen sollen für verschiedene soziale Kompetenzen sensibilisiert werden, gleichzeitig aber auch persönlich etwas für sich mitnehmen. Aufgrund des Konzeptes richten wir uns auch an benachteiligte Kinder, die aufgrund ihrer Herkunft, ihres Aussehens etc. schlechte Erfahrungen gemacht haben. Die Entwicklung zeigt, dass die Idee funktioniert und geschätzt wird: Aus 17 Kids (3 Vereine) wurden 30 (10), im dritten Jahr waren es 52 (21). Für 2019 sind 63 SpielerInnen aus 26 verschiedenen Clubs angemeldet. Vertreten sind fünf Jungen aus Bad Essens französischer Partnerstadt Bolbec, ein Junge aus Boston (USA) sowie BasketballerInnen aus Niedersachsen, NRW, Hamburg, Bremen und Berlin. Hier entstehen Freundschaften! Mitmachen können BasketballerInnen zwischen 10 und 17 Jahren. Es spielt keine Rolle, auf welchem Niveau sie dem Sport nachgehen. Es waren schon SpielerInnen aus Nachwuchs-Bundesligen dabei, aber auch Mädchen und Jungen, die nur in einer Schul-AG spielen. Im Rahmen des Camps werden verschiedene Preise und Auszeichnungen vergeben. Alle haben die gleichen Chancen, etwas zu gewinnen! Beim MVP-Ranking, der höchsten Auszeichnung, setzt sich die Punktzahl aus sportlichen Leistungen, aus sozialen Kompetenzen (Wer ist hilfsbereit? Wer übernimmt Verantwortung/Aufgaben etc.) und aus Quizfragen zu den Workshops/Gästen zusammen. Wer MVP werden möchte, muss in allen Bereichen überzeugen – das war nie der/die Talentierteste.

Gesellschaftliche Wirksamkeit
Der TuS Bad Essen wird über die Landkreisgrenzen hinaus wahrgenommen. Die Basketballabteilung hat nicht zuletzt aufgrund des Camps einen hervorragenden Ruf über das Osnabrücker Land hinaus. Der Fokus auf die Persönlichkeitsstärkung und darauf, dass es gut ist, einzigartig zu sein, wird von Eltern, Gästen und TeilnehmerInnen honoriert. In Zeiten, in denen Mobbing zu einem großen Problem geworden ist, ist es wichtig, das Selbstwertgefühl der Mädchen und Jungen zu stärken. In vielen Hallen werde ich von anderen Coaches angesprochen, alle sind voll des Lobes und unterstützen die konzeptionelle Ausrichtung. Teilweise fragen TrainerInnen, ob sie im Rahmen des Camps hospitieren dürfen. Darüber hinaus haben schon mehrere TeilnehmerInnen den Wunsch geäußert, dem Camp als "Junior-Coach" erhalten bleiben zu dürfen, wenn sie selber zu alt werden. Sie wollen unbedingt Teil des Projekts sein und bleiben. Um das Camp preiswert anbieten zu können, ist die Akquise von Sponsoren- und Stiftungsgeldern unerlässlich. Mit der Lotto-Sport-Stiftung ist ein Partner seit der ersten Stunde dabei.

Reaktion auf Herausforderung
Da ich für einen freien Träger in der Kinder- und Jugendhilfe arbeite, bekomme ich täglich mit, wie sehr "Anderssein" die Mädchen und Jungen belasten kann. Jemand trägt andere Kleidung (oder keine angesagten Marken) - sie/er wird ausgegrenzt. Jemand hört andere Musik - sie/er gehört nicht dazu. Jemand trägt eine auffällige/ungewöhnliche Frisur - sie/er wird belächelt. In diesem Camp vermitteln wir von der ersten bis zur letzten Minute, dass es in Ordnung ist, gegen den Strom zu schwimmen. Wir möchten die TeilnehmerInnen ermutigen, dass sie zu ihren Vorlieben stehen und dass sie all ihre Ziele mit Fleiß, Ausdauer und Mut erreichen können. Die Workshops helfen ihnen, sich stärker und sicherer zu fühlen. 2018 waren wir in einem Hoch- udn Niedrigseilgarten. Ganz schüchterne Mädchen und Jungen sind über sich hinaus gewachsen und von der höchsten Plattform abgesprungen. Auch, weil die Gruppe sie ermutigt und unterstützt hat, ohne irgendjemanden dazu zu drängen bzw. ohne dass jemand das Gefühl hatte, sie/er müsse auch springen.

Übertragbarkeit
Die meisten Basketballcamps bestehen aus Trainingseinheiten und Turnieren. Mit wenig Aufwand ließe sich aus solch rein sportlichen Camps auch eines wie das N.B.A.-Camp machen. Seit 2018 gibt es zum Beispiel in München das Camp "Hand in Hand" des Bayern-Profis Alex King, das ähnliche Schwerpunkte wie unser Camp hat. Der Fokus auf das Selbstwertgefühl der Kinder und Jugendliche kann problemlos auf alle Vereine und Sportarten übertragen werden. So ein Camp bedeutet viel organisatorischen und zeitlichen Aufwand. Aber aus unserer Sicht ist es all das wert. Viele Coaches melden zurück, dass die Kids völlig begeistert waren. Wenn es Personen gibt, die so ein Camp umsetzen wollen, dann wird es auch Nachahmer geben.

Kommunikation
Es gibt Infos auf der Seite des TuS Bad Essen sowie auf der Facebookseite des Camps
(www.facebook.com/nbacampbadessen). Per Mail sind alle Vereine aus Niedersachsen, NRW, Bremen und Hamburg informiert worden. Außerdem haben die jeweiligen Landesverbände die Infos bekommen, mit der Bitte, alles auf deren Internetseiten zu veröffentlichen. Das meiste Interesse wird aber "Mund zu Mund" erzeugt. TeilnehmerInnen erzählen ihren MitspielerInnen von den Tagen in Bad Essen, unter den Coaches/Eltern spricht sich herum, was hier geleistet wird. In der lokalen Presse wird vor und nach dem Camp berichtet, außerdem zu besonderen Anlässen (wie Auszeichnungen). Auch ein Video von Individualtrainer Paul Gudde hat auf Youtube für einige Rückfragen zum Camp gesorgt. Torrell Martin veröffentlicht zudem kurze Clips auf seinem Instagram-Account.

Vernetzung
Die Workshops werden von Fachkräften geplant und durchgeführt. Die ReferentInnen bzw. deren Arbeitgeber sind unsere Partner. Mit dem Haus Sonnenwinkel nutzen wir eine Unterkunft aus dem Bereich der Kinder- und Jugendhilfe. Dadurch, dass so viele Vereine Kinder zu uns schicken, entsteht automatisch ein Austausch. So hat die U14w des TuS Bad Essen kürzlich an einem Turnier in Lamdstedt teilgenommen, weil sich Mädchen beider Vereine im Rahmen des Camps angefreundet haben. Der Landessportbund Niedersachsen hat unser Camp im Jahr 2017 einmalig gefördert.

Innovation
Wir sind bzw. waren das erste Camp dieser Art. In München gibt es seit 2018 ein ähnlich ausgerichtetes Camp. In jedem Jahr haben wir andere Programmpunkte, also auch neue Ideen/Methoden, die Kids zu trainieren und ihr Selbstwertgefühl zu stärken. Bei so einem Camp kommen SpielerInnen mit unterschiedlichen Hintergründen zusammen: Talente und Hobbyspieler, alte und junge, aus dem eigenen Verein und aus "Lokalrivalen". Alle verbringen fünf interessante, harmonische Tage miteinander und lernen sich ganz anders kennen. Sprache ist ganz wichtig, um die Inhalte zu vermitteln. Die Coaches Torrell Martin und Michael Payne sprechen nur Englisch. Die Kids sind also gezwungen, Englisch zu sprechen und zuzuhören. Wenn ich besondere Karrierewege vorstelle, lesen wir die Texte gemeinsam.

Projektbeschreibung des Hunteburger SV

Krabbelriege

Kurzbeschreibung des Engagements
Angebote für die Allerkleinsten waren im Hunteburger Sportverein – bis die Gruppe Babysport ins Leben gerufen worden ist – nicht vorhanden. Eltern mussten mit ihren Babys oder Kleinkindern viel Zeit und Geld aufbringen, um Bewegungsangebote in Anspruch nehmen zu können. Denn es ist längst kein Geheimnis mehr, wie auch viele Studien beweisen, dass Bewegung schon für Babys sehr wichtig ist. Somit wird mit verschiedenen Bewegungsanregungen, -spielen und speziellen Babyparcours die Bewegungs-, Sozial-, Wahrnehmungs- und Sprachentwicklung sowie die geistige und psychische Entwicklung gefördert. Kinder, die sich regelmäßig bewegen, zeigen Eigeninitiative, die Bereitschaft, nach Misserfolgen nicht gleich aufzugeben, und entwickeln Selbstbewusstsein. Somit erlernen sie Strategien zur selbstständigen Lebensbewältigung. Deshalb fördert die Bewegung in den ersten drei Lebensjahren – aber natürlich auch weit darüber hinaus – die Bildung von motorischen Fähigkeiten und Intelligenz. Die Suche nach Lösungsstrategien fordert das Gehirn, welches in dieser Zeit am stärksten wächst. Bewegung ist die Voraussetzung, damit neuronale Verbindungen gebildet werden, die später nicht mehr nachgeholt werden können. Kinder, die mit Bewegung aufgewachsen sind, zeigen in ihrem Leben mehr Spaß und Freude an Bewegung. Zusätzlich fördert der Kurs das Sozialverhalten der Babys und Kleinkinder durch das gemeinsame Spiel mit gleichaltrigen Babys. Es wird nicht nur eine Bindung zu Gleichaltrigen aufgebaut, sondern es wird durch das gemeinsame Erleben auch die Eltern-Kind-Beziehung gestärkt. Trotz aller Theorien steht aber im Vordergrund, dass Kinder Sport und Bewegung lieben. Bei dem Kurs handelt es sich um ein Angebot für Babys bzw. Kleinkinder im Alter zwischen 6 Monaten und zwei Jahren mit ihren Eltern. Die Krabbelriege trifft sich einmal die Woche für eine Stunde zur Entwicklungsförderung und der Vermittlung von Freude an Bewegung.
Gesellschaftliche Wirksamkeit Durch die Krabbelriege kommen die Kinder schon früh mit dem Hunteburger SV und seinen Angeboten in Verbindung und können mit steigendem Alter die weiteren Angebote des Vereins, theoretisch bis zum Seniorensport, in Anspruch nehmen. Die Gruppe ist nicht nur ein interessantes Angebot für Babys, sondern auch für ihre Eltern, die untereinander Erfahrungen austauschen und sich beraten können. Gleichzeitig macht das Angebot das Dorf Hunteburg und den Sportverein attraktiver für junge Eltern mit ihren Kindern, da es in umliegenden Sportvereinen wenig vergleichbare Angebote gibt. So kann der Verein eine Verbindung zu den Eltern aufbauen, die teilweise selbst Mitglieder des Vereins waren, um diese (wieder) als Mitglieder zu gewinnen. Reaktion auf Herausforderungen Aus Mangel an bezahlbaren und regelmäßigen Angeboten für Babys in Hunteburg und Umgebung ist die derzeitige Kursleiterin, mit der Idee eine Gruppe für Babys anzubieten, an den Sportverein herangetreten. Da die Sporthalle von 08:00 bis 15:30 von der Schule genutzt wird und der Kurs natürlich nicht zu spät am Abend stattfinden kann, war es auch aufgrund der bereits sehr ausgelasteten Sporthalle nicht einfach, einen freien Hallenteil zu geeigneter Uhrzeit zu finden. Einige organisatorische Hürden waren zu nehmen. Schließlich konnte dank der Gemeinde Bohmte und der Kooperation mit der Wilhelm-Busch-Schule Hunteburg ein Hallenteil am Montagmorgen für den Babysport zur Verfügung gestellt werden.

Übertragbarkeit

Das gesamte Konzept eignet sich, um in anderen Vereinen angeboten werden zu können. Es braucht einen Raum zu baby- und elterngerechten Zeiten, der freundlich, sauber und kindersicher ist. Zusätzlich sollten Matten vorhanden sein und eine bunte Sammlung an Gegenständen, mit denen die Kleinkinder mit allen Sinnen erleben und spielen können. Dazu gehören zum Beispiel Wasserbälle, Plastikringe, Holzbausteine, Tücher und kleine Bälle. Dennoch sollte eine Reizüberflutung vermieden und sinnvolle kindgerechte Spielmaterialien verwendet werden. Das wichtigste aber ist eine geeignete Kursleiterin oder ein geeigneter Kursleiter. Die Kursleitung sollte pädagogische Ansprüche erfüllen wie die Vermittlung von Freude an Bewegung ohne Zwang und Leistungsdruck, Stärkung der Eltern-Kind-Beziehung durch gemeinsames Erleben, Förderung des gemeinsamen Spiels der Babys, Raum geben für den Erfahrungsaustausch der Eltern und die Vermittlung von Theorie und Praxis bei Bewegungs-, Sinnes- und Spielanregungen. Die Stunden bzw. der Kurs lebt von Offenheit, Freiwilligkeit, Zwanglosigkeit, Entscheidungsfreiheit und dem Respekt vor der Individualität der Eltern und Kinder zwischen Kursleiterin/Kursleiter und Eltern.


Kommunikation
Wir versuchen regelmäßig Informationen zu den einzelnen Abteilungen, Neuigkeiten und besondere Leistungen von Mitgliedern unseres Vereins zu veröffentlichen. Um alle Altersgruppen gleichermaßen ansprechen zu können veröffentlichen wir die Artikel in den lokalen Printmedien und den vereinseigenen Onlinemedien. Zu den Onlinemedien zählen unsere selbst gestaltete und verwaltete Homepage und unsere Social Media Accounts bei Instagram und Facebook. Vor allem im Onlinebereich versuchen wir die Informationen, die wir teilen, mit Bildern zu visualisieren. Speziell für das Babyturnen (sowie die Kinderangebote) wird sich zum Schutz der jungen Sportlerinnen und Sportler zurückgehalten Es wird davon abgesehen Bilde zu veröffentlichen. Primär lebt die Gruppe von der Mundpropaganda unter den
Eltern


Vernetzung
Es besteht eine Kooperation über die Gemeinde mit der Wilhelm-Busch-Schule Hunteburg. Denn eigentlich ist die Sporthalle in der Zeit von 08:00 bis 15:30 Uhr für den Schulsport vorgesehen. Eine Nutzung durch den Sportverein kann somit erst ab 15:30 erfolgen. Die Schule hat für den besagten Kurs seinen Stundenplan zum neuen Schuljahr so umgestellt, sodass die Krabbelriege zu einer geeigneten Uhrzeit stattfinden kann.
Innovation
Angebote zur Bewegung für Babys gibt es nicht erst seit gestern. Leider sind diese meist ausgebucht, sehr teuer und werden nicht im Ort angeboten. Aus diesen Problemen ist die Idee gewachsen eine Gruppe wöchentlich über den Sportverein anzubieten. Teilnehmen kann jedes Kind welches Mitglied im Sportverein und noch keine zwei Jahre alt ist. Es muss keine gesonderte Anmeldung erfolgen und die maximale Teilnehmeranzahl wurde noch nicht überschritten. Dies liegt auch an dem offenen Konzept
des Kurses, dass nicht jeder jede Woche gezwungen ist teil zu nehmen. Des Weiteren gibt es in diesem
Kurs eine hohe Fluktuation der Teilnehmer, da diese höchstens anderthalb Jahre dabei sein können und
anschließend zum Mutter-Kind-Turnen wechseln können.