Etwas Stress muss sein

Bewerbertraining an der Oberschule in Bad Essen

Bad Essen. Die Einladungen für die ersten Vorstellungsgespräche sind da, jetzt wird es ernst für die Bewerber. Es gilt, den potenziellen Arbeitgeber auch im persönlichen Gespräch zu überzeugen. Diese Situation kommt auch auf die Schüler der 9. Klassen der Oberschule Bad Essen zu. Für einige bald, für andere erst in einem oder zwei Jahren.

Marc Unland von der Barmer GEK und Christian Richter von der Volksbank Bramgau-Wittlage sind bereits zum dritten Mal kurz vor den Sommerferien in der Schule und trainieren mit Schülern der 9. Klassen die Vorstellungsgespräche – mit Kamera. Die Gespräche werden aufgezeichnet und anschließend mit der gesamten Klasse ausgewertet. Die laufende Kamera sorgt bei vielen aus der Klasse für Stress. Das ist gewollt, denn ohne Nervosität laufen später die realen Gespräche kaum.

Die beiden Experten geben viele Tipps und Hinweise. Schon bei der Begrüßung kann es zu Situationen kommen, die die Schüler im echten Gespräch vermeiden sollten. So steckt der Ranghöhere (beispielsweise der Personalchef) dem Bewerber die Hand entgegen – niemals umgekehrt. Das Gespräch beginnt normalerweise mit ein bisschen Small Talk. Hier sollte der Bewerber aktiv mitwirken und nicht nur Beiträge mit drei oder vier Worten beisteuern. Auf die Frage „Darf ich Ihnen etwas zu trinken anbieten?“ sollte man unbedingt mit ‚Ja’ antworten, so Marc Unland und Christian Richter, „eine Ablehnung wirkt wie eine Zurückweisung. Außerdem vermittelt man den Eindruck, das Gespräch werde eh nicht lange dauern.“

Wichtig für die Bewerber: Immer an dem orientieren, was angeboten wird. Auch auf die Sitzhaltung während des Gespräches wird geachtet. Ein ebenfalls wichtiger Punkt ist der Blickkontakt zum Gesprächspartner. „Viele tun sich schwer damit, dem Personalchef ununterbrochen in die Augen zu schauen“, so Unland und Richter; „Wer das nicht macht, wirkt schnell desinteressiert. Wichtig ist auch ein Lächeln. Wer zu lächeln vergesse, wirkt unfreundlich.“

Anschließend wird es fachlich. Der Bewerber wird nach seinen Fähigkeiten, Stärken und Schwächen befragt. Auch eine Einschätzung der Schulnoten gehört zum Gespräch und wird geübt.

Nach dem Training sind sich die Schüler einig: Durch die Übung mit der Kamera haben sie einen ersten Eindruck, was sie erwartet und gehen gut vorbereitet auf die Ausbildungsplatzsuche.