Bewerbertraining in der Oberschule Bad Essen

Konstruktives Feedback

Bad Essen. Hände aus den Taschen, sich erst setzen, wenn man dazu aufgefordert wird, ein angebotenes Getränk nicht ablehnen, außer natürlich, wenn es sich um ein alkoholisches handelt – bei einem Vorstellungsgespräch gibt es vieles zu beachten.

Damit angehende Azubis sich mit der ungewohnten Situation vertraut machen können, führen die Volksbank Bramgau-Wittlage und die Barmer Ersatzkasse (BEK) in den Schulen des Wittlager Landes regelmäßig Bewerbertrainings durch. So auch dieser Tage in der Oberschule Bad Essen, wo rund hundert Schüler der neunten Klassen daran teilnahmen.

Lehrerin Verena Abeln erläutert den Ablauf: „Das Training ist in zwei Teile gegliedert.“ In der ersten Runde schlüpft BEK-Mitarbeiter Marc Unland in die Rolle des Personalchefs, der dem Bewerber auf den Zahn fühlt. Hier kommen dann die typischen Fragen: Warum bewerben Sie sich gerade in unserem Unternehmen? Wie heißt der derzeitige Bundespräsident? Was sind Ihre Stärken und Schwächen? Die kurzen Gespräche werden mit der Videokamera gefilmt, um später, in der zweiten Runde, gemeinsam mit der gesamten Klasse analysiert zu werden.

Das Schöne dabei: Da alle Schüler vor dem Gespräch ziemlich aufgeregt waren, wird auch keiner belächelt, sondern untereinander konstruktives Feedback gegeben. Und: „Fehler, die die Schüler beim Training gemacht haben und die sie in der Videosequenz wahrnehmen, werden sie in der echten Bewerbungssituation garantiert nicht mehr machen“, weiß Unland aus Erfahrung.

Auch für das Bewerbungsschreiben, das ja quasi die Eintrittskarte für das eigentliche Bewerbungsgespräch darstellt, haben er und Madeleine Erbe, die die Volksbank beim Training vertritt, wertvolle Tipps: Vorher erkundigen, ob der Betrieb eine Online-Bewerbung oder eine klassische Mappe bevorzugt, die Bewerbung unbedingt Korrektur lesen lassen, denn sie muss fehlerfrei sein, und – last but not least – mit besonderem Engagement punkten. „denn bei der Vielzahl von Bewerbern stechen diejenigen aus der Masse heraus, die sich ehrenamtlich engagieren“.

Das übereinstimmende Fazit der Teilnehmer: „Im ersten Moment waren wir total aufgeregt. Aber das Reinkommen war schon das unangenehmste, als man erst einmal saß, ging es ganz gut.“ Was sie außerdem gelernt haben: Pünktlichkeit ist keine Stärke, sondern eine Selbstverständlichkeit, und unser Bundespräsident heißt Joachim Gauck.

Quelle

Text und Bild

Wittlager Kreisblatt