Bramscher Realschüler bekamen lebendigen Einblick ins Berufsleben

Informative Unterrichtsbesuche

Bramsche. Berufsorientierung und „Wirtschaftliche Bildung“ durch externe Referenten standen am Donnerstag und Freitag auf dem Lehrplan der Jahrgangsstufen neun und zehn in der Realschule.

Den Auftakt machte am Donnerstagvormittag das „Seminar Geld & Co“. Vortragender war Christian Richter, Auszubildender im dritten Jahr bei der Volksbank Bramgau-Wittlage.

„Wir wollen den Schülern einen Rundumriss zum Thema Geld vermitteln. Gleichzeitig ist es für uns als Bank schön, dass unsere Auszubildenden das Präsentieren lernen können“, beschrieb Susanne Thieschäfer, bei der Bank für den Marketingbereich und bezüglich der Veranstaltung für deren Organisation zuständig, Inhalt und Ziele der Informationseinheit.

Über zwei Schulstunden hinweg berichtete Christian Richter, visuell verdeutlicht durch eine „Powerpoint-Präsentation“, über das weite Feld der Aktivitäten einer Bank.

  

Auf seine Zuhörer abgestimmt klärte der junge Mann, der ja selbst noch vor nicht allzu langer Zeit die Schulbank gedrückt hatte, über die Grundlagen des Zahlungsverkehrs auf. Die verschiedenen Kontoarten wurden im Schnelldurchlauf erläutert. Dabei stellte sich heraus, dass die allermeisten der Schülerinnen und Schüler aus der Jahrgangsstufe zehn schon ein Girokonto benutzen. Weniger hingegen, so um die zehn Prozent, nehmen auch bereits per Onlinebanking am Geschäftsleben teil.

Vor- und Nachteile der verschiedenen Anlageformen folgten. Dabei war es für Christian Richter wichtig, seine Zuhörer darauf aufmerksam zu machen, dass bei bestimmten Ansparformen der Beginn in jungen Jahren dazu führt, dass mit weniger Geldeinsatz bei der Einzahlung deutlich höhere Auszahlungsbeträge erreicht werden können. 

„Nicht das Geld, das du einnimmst, macht dich reich. Sondern das Geld, das du nicht ausgibst“, war ein praxisorientierter Hinweis, der, nach einem Streifzug durch diverse Versicherungsarten unter dem Gesichtspunkt „fair versichert“, auch für den abschließenden Teil des Vortrags Geltung entfaltete. Die Schuldenfalle nämlich war es, mit der sich das Seminar gegen Ende hin beschäftigte. Zwar führt die Überschuldung heute nicht mehr zur Schuldknechtschaft, Leibeigenschaft oder Sklaverei.

Fakt ist aber, dass immerhin ein Drittel aller Haushalte in Deutschland Verbindlichkeiten bei Banken, Sparkassen oder Autohäusern haben. Ein nicht bedeutend geringerer Anteil der Haushalte, nämlich 25,4 Prozent, ist laut Christian Richter nur über Konsumentenkredite verschuldet. „Jetzt kaufen – später bezahlen“ will immer gut überlegt sein, soll aus der Verschuldung nicht eine Überschuldung werden.

Ganz praxisnah gestaltete Mathias Strehl am Freitag seine Berufsorientierung vor Neuntklässlern, die sich für den Bereich Technik interessieren. „Guten Morgen, seid ihr alle wach?“ begrüßte der Meister für Gas-, Wasser- und Heizungsbau seine Zuhörer, bevor er sich von jedem einzelnen Schüler den Berufswunsch berichten ließ.

Nach einem einführenden Film über das Berufsbild des Anlagenmechanikers für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik ging es für die Realschüler an die praktische Arbeit mit kunststoffummantelten Rohren, Zange und Verbindungsteilen. Fantasie und Kreativität waren gefordert, um aus den bereitgestellten Ausgangsmaterialien frei gewählte Objekte, wie beispielsweise eine Angel, ein Haus, einen Chopperlenker oder auch Kunstwerke ohne Zweckbestimmung entstehen zu lassen.

Mit weiteren Einblicken in den konkreten Arbeitsalltag seiner Zunft, in Entwicklungsmöglichkeiten bis hin zum Studium sowie einem Besuch im Heizungsraum der Realschule bot Mathias Strehl den Schülern zwei Schulstunden, vollgepackt mit unterhaltsam aufbereiteten und dargestellten Informationen über das Tätigkeitsfeld des Haustechnikers.

Einen Satz dürften die Realschüler gern zu Kenntnis genommen haben: „Auszubildende sind wichtig für den Betrieb und bereichern einen als Mensch immer wieder neu“, lautete die Wertschätzung, mit der Mathias Strehl den Schülern begegnete.

 

Quelle

Text und Bild Bramscher Nachrichten