Bramscher Realschüler üben Vorstellungsgespräche

Praktisches Training

jup Bramsche. Um sich besser auf ihre Vorstellungsgespräche vorzubereiten, übten Neuntklässler der Realschule Bramsche nun die Situation vor der Kamera. Experten aus der Praxis gaben ihnen dabei wertvolle Tipps.

Kurz vor den Sommerferien, übten Anne-Marie Meins (Volksbank Bramgau-Wittlage und Christian Fröhlich (Barmer) Vorstellungsgespräche mit der Kamera“. Vivien Hamm (re) war erst etwas nervös, „aber dann ging es". Foto: Judith Perez

Nach dem Realschulabschluss weiter zur Schule zu gehen, ist für viele erstrebenswert. Je besser die Bildung, umso größer seien die Chancen auf einen interessanten und gut bezahlten Job, hören die Schüler immer wieder. Aber, viele Ausbildungsberufe finden nicht mehr ausreichend Azubis und klagen über fehlenden Nachwuchs. Dazu gehört unter anderem das Handwerk, aber auch der soziale und erzieherische Bereich. Die Realschule Bramsche legt deshalb viel Wert auf eine Berufsorientierung ihrer Schüler in Ausbildungsberufe. In der neunten Klasse kommt deshalb alle vierzehn Tage ein Berater der Agentur für Arbeit in die Klassen. Eine neu angestellte Sozialarbeiterin unterstützt die Schüler dabei, sich zu orientieren und Bewerbungsunterlagen zusammen zu stellen. Nach einem theoretischen Teil, folgt für die Neuntklässler ein dreiwöchiges Berufspraktikum. Danach heißt es dann „Bewerbertraining“.

„Ab mit den Bewerbungen“

Nachdem die Schule in den letzten Jahren bei der Firma Duni Tipps aus der Praxis eingeholt hatte, fand das Bewerbertraining in diesem Jahr erstmalig dazu für alle vier neunten Klassen in der Schule statt. Dazu kamen Christian Fröhlich, von der Barmer Bramsche und Anne-Marie Meins von der Volksbank Bramgau-Wittlage in die Klassen und coachten die Schüler. Denn nach den Ferien, zu Beginn der Klasse Zehn, heißt es dann „ab mit den Bewerbungen“, so der Schulbeauftragte für Berufsorientierung an der Realschule, Norbert Dubiel. Von Dienstag bis Freitag trainierte das Tandem mit den Schülern ein klassisches Vorstellungsgespräch. Dabei wurden die Schüler sogar gefilmt, um anschließend das Gespräch auszuwerten.

Lieber Wasser als Kaffee

Die 15-jährige Vivien Hamm zögerte zunächst etwas, gab sich dann aber einen Ruck und meldete sich freiwillig. Ihr gegenüber saßen Fröhlich und Meins. „Sich erst hinzusetzen, wenn man dazu aufgefordert wird. Und lieber an einem Glas Wasser nippen, als zittrig den heißen Kaffee zum Mund führen und die eigene Nervosität preisgeben“, waren einige der Ratschläge, die sie zuvor bekommen hatten. Außerdem, beim Verabschieden nochmal sein Gegenüber mit Namen ansprechen und die Hände auf dem Tisch legen und nicht irgendwo unter dem Tisch damit herumhantieren, seien zwar nur Kleinigkeiten, hinterlassen aber einen gewissen Eindruck, erklärte Barmer-Außendienstler Fröhlich.

„Etwas nervös war ich schon. Aber dann ging es“, resümierte Vivien nach ihrer Erfahrung vor der Kamera. „Auf jeden Fall hilft es, es einmal selbst zu üben“ darin waren sich alle einig. Für die Barmer und die Volksbank Bramgau-Wittlage ginge es natürlich auch darum, die Marke bei den Schülern bekannt zu machen. „Vielleicht erinnern sie sich dann mal an uns“, erklärte Susanne Thieschäfer vom Marketing der Volksbankfiliale in Bramsche. Und Fröhlich ergänzte, „für mich ist es einfach auch eine gesellschaftliche Aufgabe, die Schulen aus der Praxis heraus zu unterstützen. Und, es macht mir einfach Spaß!“

Quelle

Text und Foto:  Judith Perez, Bramscher Nachrichten