Ein 60-jähriger „Millionär“ im Hitzhausener Sparclub

99 Mitglieder im Jubiläumsjahr

Hitzhausen/Ostercappeln. Der Sparclub des Gasthauses „Zum Hinterhof“ aus Hitzhausen hat die Millionenmarke geknackt. Mit dazu gehört allerdings die Bo

So können aktuell gleich zwei Ereignisse gewürdigt werden: der 60. Geburtstag und die entsprechende Einzahlung, die die Summe rund machte, bei der Volksbank Bramgau Wittlage in Ostercappeln.

Wer in diesem Zusammenhang überlegt, ob denn wohl von D-Mark oder Euro oder einer Mischung von beidem die Rede ist, der unterschätzt den Chef des Sparclubs. Das wiederum ist seit 1959, als er in die Fußstapfen seines plötzlich verstorbenen Vaters treten musste, Norbert Schmiemann. Und Sandra van Zuijlen, die Filialleiterin der Volksbank Bramgau-Wittlage in Ostercappeln, versichert: „Da wurden alle Beträge ganz genau von D-Mark in Euro umgerechnet.“ 

Das bedeutet, dass die derzeit knapp 100 Mitglieder des Hitzhauser Sparclubs mit ihren Einlagen die Millionen-Euro-Grenzen überschritten haben. Van Zuijlen versichert: „Das ist etwas ganz Besonderes.“ Schmunzelnd fügt sie hinzu, dass die Bank an der Gesamtsumme immerhin mit rund 30000 Euro Zinsen beteiligt ist. 

Das doppelte Sparclubereignis wollten weder Mitglieder noch Volksbank einfach so vorüberziehen lassen. Das hatte zur Folge, dass eine mittelgroße Delegation von Hitzhausen nach Ostercappeln ausrückte und in der Bank unter anderem mit einem Getränk empfangen wurde. Darüber hinaus gab es Blumen, eine Urkunde zur Erinnerung und einen mit (süßen) Talern gefüllten Geldsack.

Nicht fehlten durfte in der Runde die Erinnerung an lange vergangene Zeiten, verbunden mit dem Hinweis, dass es noch lebende Gründungsmitglieder gibt – allerdings nicht im Altkreis Wittlage. Die Sparkästen werden übrigens seit jeher wöchentlich geleert. Und Strafgelder für säumige Sparer gab es ebenfalls von Anfang an. Waren es früher 10 Pfennige, so sind es heute 15 Cent. „Das steht wertmäßig in keinem Verhältnis, wir müssten eigentlich deutlich erhöhen“, verlautete es in der Runde in der Volksbank. Schließlich werden die Beiträge der Schludersparer dringend benötigt, um das jährliche Fest zur Sparclubleerung zu finanzieren. Mit den derzeitigen Zinsen lassen sich schließlich keine großen Sprünge machen. Dabei gilt, dass jeder, der ein Sparfach hat und mitfeiert, an dem Abend eine zusätzliche Gewinnchance hat. Zu dem Fest kann jeder kommen. Früher, so Norbert Schmiemann, bot die Veranstaltung jungen Leuten den Zugang in die Reihen des Älteren – beim gemeinsamen Feiern.

Verändert hat sich im Laufe der Zeit einiges. Zu Zeiten des fahrenden Lebensmittelladens Schmiemann gab es bis zu 240 Sparer, die zum Teil direkt am Wagen einzahlten.

Und eine böse Überraschung erlebten die Schmiemanns im April 1999. In der Gaststätte wurde eingebrochen. Im Visier dabei die Hitzhauser Sparkästen. Die Täter waren zum Glück nicht gut informiert: Sie kamen wenige Stunden, nachdem die wöchentliche Leerung erfolgt war...

 

Quelle

Text und Bild Wittlager Kreisblatt