SEPA

oder wie geht bezahlen in Europa?

Hinter dem Kürzel SEPA (SEPA = Single Euro Payments Area - Einheitlicher Euro-Zahlungsverkehrsraum) verbirgt sich die Schaffung eines europaweit einheitlichen unbaren Zahlungsverkehrs. Die Einführung des Euro 2002 war der erste große Schritt, um Europa noch enger zusammen rücken zu lassen. Das wurde vor allem bei Reisen in das benachbarte Ausland für jeden deutlich. Egal in welchem Land der teilnehmenden EU-Staaten sich der Reisende auch aufhielt, immer war es die gleiche Währung mit der z. B. die Brötchen beim Bäcker bezahlt werden. Es wurden keine Wechselstuben mehr benötigt und niemand musste mehr rechnen oder schätzen, was denn der Artikel in Deutschland kosten würde. Sobald es jedoch zu Überweisungen kam, wurde es kompliziert. Zum Teil wurden lange Wartezeiten in Kauf genommen, um Überweisungen im Ausland wirksam werden zu lassen. Für den Privatkunden nur ein vielleicht einmaliges Ereignis. Was aber ist mit Unternehmen, die ständig Rechnungen an ausländische Kunden versenden. 

Bei einem Volumen von derzeit 74 Milliarden Zahlungsvorgängen – immerhin einem Drittel der Zahlungsvorgänge weltweit – musste eine einheitliche Basis geschaffen werden, um möglichst unbürokratisch und schnell, vor allem aber einheitliche Zahlungsbedingungen zu schaffen. Daher wurde die einheitliche  SEPA-Überweisung geschaffen.  Seit 2008 besteht die Möglichkeit, die Geldgeschäfte mittels SEPA-Überweisung zu erledigen. Ab dem 1. Februar 2014 sind nur noch SEPA-Überweisungen zugelassen. Wir alle müssen uns dann von den bekannten Bankleitzahlen und unseren Kontonummern bei Überweisungen aber auch im Lastschriftverfahren verabschieden.

Die wohl auffälligsten Neuerungen hören auf die Kürzel „IBAN (International Bank Account Number)“ und „BIC (Bank Identifier Code)“. Sie lösen beim SEPA-Zahlungsverkehr Kontonummer und Bankleitzahl ab. Die IBAN enthält neben der Kontonummer auch Informationen zu Staat, Bank und Institution. Sie ist daher deutlich länger als herkömmliche deutsche Kontonummern. Anders als früher werden bei SEPA inländische und europäische Zahlungen gleich behandelt – sowohl mit Blick auf die Laufzeit als auch bei den Gebühren. Da künftig nur noch die Kontonummer also ihre persönliche IBAN bei Überweisungen geprüft wird, ist die Richtigkeit dieser 22-stelligen Kontonummer entscheidend dafür, dass der Zahlungsempfänger auch sein Geld bekommt. Unternehmen, die relativ oft Rechnungen an europäische Kunden versenden oder von denen erhalten, können aber - anders als bisher - auch die neue Möglichkeit nutzen und das SEPA-Lastschriftverfahren wählen. Natürlich werden die Regelungen deutlich höhere formelle Anforderungen erfüllen müssen als im rein deutschen Lastschriftverfahren. Jeder Zahlungsempfänger benötigt dazu eine eigene Gläubigeridentifikationsnummer - die bei der Deutschen Bundesbank zu beantragen ist – sowie eine formlose, schriftliche Vereinbarung zwischen den Vertragsparteien. Dafür entfallen aber die teilweise langen Wartezeiten bis die Zahlung dem eigenen Konto gutgeschrieben wird. Es geht also um das eigene Geld. Wenn jetzt vermutet wird, dass sich das ganz schön kompliziert anhört, so wird an dieser Stelle auch nicht widersprochen; derzeit nutzt nur einer von Hundert in der Bundesrepublik das SEPA-Verfahren. In Belgien ist es aber schon jeder Dritte, der mit dem neuen Verfahren seine Geldgeschäfte tätigt. Fragen Sie einfach Ihre Volksbank Bramgau –Wittlage, die kennen sich genau aus, um europaweit die Kunden der Region bestens bedienen zu können. Wie heißt es doch so schön: Wer eine Gefahr kennt, für den ist es keine Gefahr mehr. Es geht schließlich um Ihr Geld.