Wichtige Tipps für die Baufinanzierung

Wer nicht plant, zahlt drauf

Eine sechsstellige Summe investieren die meisten Menschen nur einmal im Leben: für die eigenen vier Wände. „Bauherren sollten ihre Finanzierung daher genau planen und gefährliche Stolpersteine umgehen“, rät Vertriebsleiter Ralf Beckkötter. Die Checkliste beantwortet die fünf wichtigsten Fragen für ein Beratungsgespräch und weist auf mögliche Fehler hin. Beckkötters  Fazit: „Spricht ein Finanzierungsexperte diese Punkte von sich aus an, ist das ein gutes Indiz für einen seriösen und erfahrenen Berater.“

Wichtige Fragen zum Beratungsgespräch:

Wie sieht mein Finanzierungsplan für die gesamte Laufzeit aus?

Den Blick nur auf die Zinsen zu richten, ist trügerisch. Sie allein sagen nicht viel darüber aus, ob eine Finanzierung zum jeweiligen Bauherrn passt. Einen Gesamtüberblick kann nur ein individueller, detaillierter Finanzierungsplan liefern, aus dem alle wichtigen Eckdaten klar und verständlich hervorgehen. Dazu gehören neben den Zinsen die jeweilige monatliche Belastung, die Restschuld nach Ablauf der Zinsbindung, die Möglichkeit von Sondertilgungen und nicht zuletzt die Gesamtkosten der Finanzierung.

Welche Förderungen kann ich nutzen?

Bauherren sollten unbedingt den so genannten Wohn-Riester nutzen. Der Traum vom Eigenheim wird durch die Riester-Zulagen und Steuervorteile meist mehrere tausend Euro günstiger. Energiebewusste Bauherren haben darüber hinaus oft Anspruch auf öffentliche Fördermittel, beispielsweise auf die zinsverbilligten Darlehen und Zuschüsse der KfW-Förderbank.

Wie lange sind die Zinsen sicher?

Das wird individuell verhandelt. Die aktuell niedrigen Zinsen sollte man sich aber möglichst lange sichern. 15 oder 20 Jahre sind derzeit besser als die üblichen zehn Jahre Zinsbindung. Wichtig: Immer mehrere Angebote einholen und beim genauen Vergleich den Sollzins nicht mit dem Effektivzins verwechseln! Nur beim Effektivzins sind alle Kosten eingerechnet.

Wie viel Tilgung kann ich mir leisten?

Die Niedrigzinsphase können Bauherren für eine höhere Tilgung nutzen. Denn: Je höher die Tilgung, desto kürzer die Laufzeit und desto niedriger die Gesamtkosten. Üblich sind ein oder zwei Prozent Tilgung. Wer sich mehr leisten kann, sollte drei, vier oder sogar fünf Prozent Tilgung vereinbaren. Bewährte Faustregel: nicht mehr als 40 Prozent des verfügbaren monatlichen Nettoeinkommens für Zins und Tilgung aufwenden!

Wann bin ich schuldenfrei?

Eigenheim oder Eigentumswohnung sollten spätestens beim Eintritt in den Ruhestand komplett abbezahlt sein. Wer beabsichtigt, zu verringerten Bezügen in den Vorruhestand zu gehen, muss dies entsprechend einplanen.

Die neun häufigsten Finanzierungsfallen

Zu wenig Eigenkapital

Jeder Euro, den man sich leihen muss, verteuert die Finanzierung. Bauherren sollten in einer soliden Finanzierung mindestens ein Viertel der Gesamtkosten aus Eigenmitteln bestreiten. Zum Eigenkapital zählen neben Barvermögen auch nutzbare Guthaben, etwa auf einem Sparbuch, einem Geldmarktkonto oder Bausparvertrag.

Kreditbedarf falsch berechnet

Unterschätzt man seinen Kreditbedarf, wird eine teure Nachfinanzierung nötig. Setzt man ihn zu hoch an, verlangen Banken eine Nichtabnahmeentschädigung auf die nicht ausgezahlte Kreditsumme. Darum so genau wie möglich kalkulieren!

Nominal- und Effektivzins verwechselt

Der Klassiker: Nur der Effektivzins ist wirklich aussagekräftig, wenn man Finanzierungsangebote vergleicht. Er beinhaltet auch Extrakosten wie beispielsweise Kontoführungs- und Darlehensgebühren, die von manchen Banken erhoben werden.

Eigenleistung überschätzt

Schön, wenn man am Bau selbst mit anpacken kann und Freunde und Verwandte mithelfen. Doch viele Häuslebauer überschätzen nicht nur ihre Fähigkeiten und die verfügbare Zeit, sondern auch die Einsparmöglichkeiten. Mit der falsch kalkulierten Muskelhypothek wird der Bau nicht billiger, sondern teurer.

Zu hohe Belastung

Das Alltagsleben geht auch für Bauherren weiter. Unvorhergesehene Ausgaben, wie etwa eine größere Autoreparatur, müssen problemlos bezahlbar bleiben. Darum nicht den letzten Cent des Nettoeinkommens verplanen und sicherheitshalber eine Reserve in Höhe von drei bis sechs Monatsgehältern bilden.

Zu niedrige Tilgung

Je geringer die Tilgung, desto länger dauert es, bis die Immobilie schuldenfrei ist. Das sollte spätestens bei Renteneintritt der Fall sein. Und je länger die Laufzeit eines Kredits, desto höher sind die Gesamtkosten der Finanzierung. Tipp: Bauherren sollten die derzeitige Niedrigzinsphase für eine langfristige Zinsbindung und eine Tilgung von mindestens zwei Prozent nutzen. Handeln Sie mit Ihrer Bank auch ein Recht auf kostenfreie Sondertilgungen aus, wie sie bei Bausparverträgen selbstverständlich sind.

Nebenkosten übersehen

Für Notar und Grundbucheintrag werden rund 1,5 Prozent des Kaufpreises fällig, die Grunderwerbssteuer beträgt zwischen 3,5 und 5 Prozent. Maklergebühren können noch deutlich höher zu Buche schlagen. Vorsicht beim Kauf vom Bauträger: Enthält der „Festpreis“ wirklich alle Kosten, beispielsweise auch die Erschließungskosten für das Grundstück?

Laufende Kosten unterschätzt

Auch Hauseigentümer müssen rechtzeitig Rücklagen für Renovierungen bilden, etwa mit einem Bausparvertrag. Faustregel: Die Bausparsumme sollte 15 Prozent des Verkehrswertes der Immobilie betragen.

An der Absicherung sparen:

Sicherheit kostet, doch was passiert, wenn ein Familienmitglied plötzlich stirbt oder erkrankt? Der ganze Finanzierungsplan kann wie ein Kartenhaus zusammenstürzen. Nur mit einer entsprechenden Risikoabsicherung sind die Angehörigen in solch einem Fall finanziell abgesichert.

Weitere Informationen zum Thema Baufinanzierung erhalten Sie in allen Filialen der Volksbank Bramgau-Wittlage eG – Ihre  Ansprechpartner in Wallenhorst sind Florian Schwirrat und Dieter Budke und in Hollage Walter Rolfes und Joseph Dieckmann.

Damit Sie auf eine solide und sichere Finanzierung bauen können!