Digitale Ergänzung zum Bargeld
Im Mittelpunkt wird die Frage stehen, welche Rolle der digitale Euro künftig im Alltag von Kundinnen und Kunden spielen kann – und warum das Thema weit über eine neue Bezahlmöglichkeit hinausgeht. Denn der digitale Euro soll den Euro um eine digitale Form ergänzen, europaweit nutzbar sein und Zahlungen online sowie perspektivisch auch offline ermöglichen. Dabei soll er das Bargeld nicht ersetzen, sondern ergänzen.
Praktische Vorteile für Privatpersonen
Für Privatpersonen könnte der digitale Euro einige praktische Vorteile bringen: Er soll europaweit einsetzbar sein, schnelle Zahlungen ermöglichen und per Smartphone oder Karte nutzbar werden. Hinzu kommen hohe Datenschutzanforderungen und die Aussicht, im Zahlungsverkehr unabhängiger von außereuropäischen Zahlungsnetzen zu werden.
Mehr als Technik: Europas Zahlungsinfrastruktur im Blick
Zugleich macht der Vortrag deutlich, dass es nicht nur um Technik oder Komfort geht. Ein wesentlicher Punkt ist die Frage nach der europäischen Zahlungsinfrastruktur. Denn Europa hat derzeit zwar eine gemeinsame Währung, aber keine eigene digitale Zahlungsinfrastruktur. Damit verbindet sich auch die politische und wirtschaftliche Frage, wer die Systeme des Bezahlens kontrolliert. Heiko Engelhard: „Wer Infrastruktur kontrolliert, besitzt politischen Einfluss.“
Chancen und Herausforderungen des digitalen Euro
Auch Chancen und Risiken werden eingeordnet. Zu den Chancen zählen ein einheitlicher Standard für grenzüberschreitende Zahlungen und eine geringere Abhängigkeit von globalen Kartennetzwerken. Gleichzeitig werden Herausforderungen wie Investitionskosten, Fragen des Datenschutzes, Cybersicherheit und die notwendige breite Akzeptanz im Alltag benannt. Denn ohne Nutzung durch Handel und Bevölkerung kann der digitale Euro seine Wirkung nicht entfalten.
Verbraucher entscheiden über Europas digitale Handlungsfähigkeit mit
Volksbank-Vorstand Heiko Engelhard sagt: „Der digitale Euro ist nicht einfach nur eine weitere Bezahlfunktion. Er berührt die grundlegende Frage, wie unabhängig Europa im Zahlungsverkehr in Zukunft sein will. Wenn wir über digitales Bezahlen sprechen, sprechen wir immer auch über Infrastruktur, über Verlässlichkeit und über europäische Handlungsfähigkeit. Und da kommt es auch und besonders auf die Verbraucher an: Wer europäische Angebote nutzt, entscheidet mit darüber, welche Systeme wachsen und wie stark Europa seine Abhängigkeit von globalen Plattformen verringern kann. Genau darin liegt die größere Bedeutung des digitalen Euro.“